Politik & Gesellschaft

 

Die Frage nach Krieg und Frieden geht weit über militärische Konflikte hinaus. Für den inneren Frieden unserer Gesellschaft ist zum Beispiel auch wichtig, wie Politiker:innen mit unseren Daten umgehen, inwieweit sie Bürger:innen an Entscheidungen beteiligen und was wir aus der Geschichte lernen. Zu solchen Themen bieten wir Diskussionsveranstaltungen, Bildungsurlaube und Vorträge an.
>> Fotos und weitere Informationen über die Kursleiter:innen finden Sie in der Rubrik Dozentinnen & Dozenten.

 

 

Politik & Gesellschaft - allgemeines Programm

 

Zu viel für ein Leben? Emma Goldman – eine umstrittene Ikone

Termin noch offen / 19.30 – 21.45 Uhr / Friedensbildungswerk Obenmarspforten 7-11, 50667 Köln / 3 Ustd / Anmeldung erforderlich / Kurs 83-F1

Emma Goldman

Irene Franken . Emma Goldman, aus Russland stammende, jüdisch sozialisierte Verfechterin der freien Liebe, ist bis heute die weltweit bekannteste Anarchistin. Die Fabrikarbeiterin vertrat im amerikanischen Exil zunächst den gewalttätigen Kampf gegen Ausbeutung und Unrecht. Sie kam mehrfach wegen «Anstiftung zum Aufruhr» ins Gefängnis, verfolgte dennoch weiter ihren Kampf für die Freiheit der Rede und Geburtskontrolle. Ungewollt Kosmopolitin kämpfte die Anarchistin an vielen Fronten, wirkte noch mit 67 Jahren als Rednerin für die Ziele des Spanischen Bürgerkriegs. Die Atheistin gilt vielen heutigen Feministinnen als Ikone der Frauenemanzipation – zu Recht? Am 4. Mai 1886 wurde Emma Goldmann politisch erweckt.

Irene Franken ist studierte Pädagogin und Freie Historikerin, arbeitet in der Erwachsenenbildung (u.a. Lehrbeauftragte an der Kölner Universität), und als Stadtführerin. Sie ist Mitbegründerin und Aktive des Kölner Frauengeschichtsvereins und wollte selbst mehr über Emma Goldman wissen.

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«Zwischen Tabu und Toleranz» - der Umgang mit Homosexualität in der Bundeswehr

Neuer Termin im Mai oder Juni / 19.30 – 21.45 Uhr / 3 Ustd / Friedensbildungswerk / Teilnahme kostenlos / Anmeldung erforderlich / Kurs 83-B2

Klaus Storkmann . Im Jahre 2018 war Oberstleutnant Klaus Storkmann hier im Friedensbildungswerk und stellte seine Studie vor. Die Geschichte des §175 ist auch eine Geschichte der Bundeswehr. Dieser Paragraf, während des Nationalsozialismus noch verschärft, reichte weit in die Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland und wurde erst 1994 abgeschafft. Er stellte sexuelle Handlungen zwischen männlichen Personen unter Strafe. In der Nachkriegszeit wurde dieser Paragraf häufig angewendet und zerstörte menschliche Existenzen. Auch in der Bundeswehr! Homosexualität in der Bundeswehr wurde verschärfend durch geheimdienstliche Einschätzungen, egal welchen Ranges, für Erpressungen durch gegnerische Geheimdienste genutzt. Zudem ist die Skandalisierung ein wichtiges Machtmittel gewesen, wie in der Affäre Manfred Wörner um den General Kießling.

Im September 2020 stellte die Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer die Ergebnisse der Studie vor. Es folgte eine Entschuldigung und die Ankündigung einer Gesetzesinitiative zur Rehabilitierung und für eine Entschädigung. Dies wurde im November 2020 auf den Weg gebracht.

>> 2012 stellte Klaus Storkmann seine Studie im Friedensbildungswerk vor. Hier als PDF.

Oberstleutnant Dr. Klaus Storkmann ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsbereich Militärgeschichte nach 1945 in Potsdam im Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr.

Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Centrum Schwule Geschichte und dem Buchsalon Ehrenfeld

 

Die Veranstaltung wird zu einer Buchvorstellung Ende Juni / Anfang Juli umgewandelt.

Buchvorstellung : Zelle B-28 – als politische Geisel in Istanbul

Mitte Juni, Anfang Juli / 19.30 – 21.45 Uhr / Friedensbildungswerk / 3 Ustd / Kostenbeitrag erbeten / Kurs 82-D2 / Anmeldung erforderlich

Adil Demirci . Am 13. April 2018 ist Adil Demirci in der Türkei verhaftet worden. Dort war er mit seiner schwer erkrankten Mutter auf Verwandtschaftsbesuch. Demirci saß wie auch Can Dündar, Peter Steudtner und Deniz Yücel in der Haftanstalt «Nummer 9» in Silivri. Im Februar 2019 kam Demirci nach 10 Monaten Haft wieder frei, aber zunächst bestand ein Ausreiseverbot. Erst nach dem Tod der Mutter im Juni 2019 hob das Gericht die Ausreisesperre auf und Demirci durfte zur Beerdigung nach Deutschland anreisen. Wie so häufig bei Regierungskritikern und Oppositionellen lautet auch bei Adil Demirci der Vorwurf der türkischen Justiz: Mitgliedschaft in einer terroristischen Organisation.
Adil Demirci berichtet und ordnet das Vorgehen des türkischen Staates ein.

Adil Demirici hat ein Buch geschrieben, welches wir zusammen mit dem Buchsalon Ehrenfeld Ende Juni/Anfang Juli in Köln-Ehrenfeld vorstellen werden.

Adil Demirci ist ein deutsch-türkischer Sozialwissenschaftler und freier Journalist aus Köln. Er arbeitet derzeit beim Internationalen Bund (IB) als Sozialarbeiter und ist Betriebsratsmitglied sowie langjähriger Gewerkschafter bei Ver.di.

>> Ein Bericht von Adil Demerci über die aktuellen Prozesse und die Kölner:innen hier als PDF

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Das neue Versammlungsrecht in der Kritik

In Planung für den Sommer / Kurs 84-V1

Jasper Prigge . Versammlungen sind ein Stück ungebändigte Demokratien. Versammlungen sind ein hohes Gut der Demokratie. Deshalb sind Versammlungen durch das Grundgesetz besonders geschützt. Dennoch versucht die Landesregierung NRW zum zweiten Mal das Versammlungsgesetz zu verschärfen und deutlich einzuschränken. Jasper Prigge, bewertet den Ausbau der Kamera-Überwachung und die Kriminalisierung von gewaltfreien Blockadetrainings als massive Grundrechtseingriffe. Er kann aus dem Gesetzesentwurf nachweisen, dass die Landesregierung Versammlungen als Gefahr ansehe und nicht als elementares Recht mit rücksichtsvollen Beschränkungen durch den Staat und die Polizei.

Er wird an diesem Abend die Bedeutung des Versammlungsrechts nach dem Grundgesetz Art.8 herausstellen und die Kritik am Gesetzentwurf aufzeigen.

Jasper Prigge ist Rechtsanwalt in Düsseldorf und Experte in Sachen Versammlungsrecht. Er war schon öfter als Referent in unserem Hause.

Eine gemeinsame Veranstaltung von Melanchthon-Akademie und Friedensbildungswerk Köln.

 

 

 

 

Eiszeit mit Russland?

Zu den Herausforderungen der deutsch-russischen Beziehungen

Mi 27.10.2021 /19.00 – 21.45 Uhr / Neuer Ort: FORUM Volkshochschule im Museum am Neumarkt, Cäcilienstraße 29-33, 50667 Köln-Neumarkt / 3 Ustd / Eintritt frei / Kurs 84-E1 / wegen Corona Anmeldung erforderlich unter vhs-gesellschaft@stadt-koeln.de

© Superbass / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

Gabriele Krone-Schmalz . Die renommierte Journalistin, Historikerin und frühere ARD-Korrespondentin in Moskau, Prof. Dr. Gabriele Krone-Schmalz, analysiert das derzeitige Verhältnis zu Russland und geht der Frage nach, welche Rolle die erweiterte EU und die USA dabei spielen. Sie berichtet über die innere Entwicklung in Russland mit all ihren Widersprüchen und versucht Wege aufzuzeigen, wie eine Entspannungspolitik aussehen könnte.

Eine Veranstaltung der VHS Köln in Kooperation mit dem Städtepartnerschaftsverein Köln-Wolgograd e.V., ver.di Köln-Bonn-Leverkusen, Kölner Friedensforum, Lutherkirche Südstadt, Friedensbildungswerk

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Rosa Luxemburg - Der Preis der Freiheit

Eine Filmdokumentation von Inga Wolfram (2019, Arte, 55 Min.)

Mi 03.11.2021 / 19.00 – 21.30 Uhr / VHS-Forum im Rautenstrauch-Joest-Museum am Neumarkt, Cäcilienstraße 29-33, 50667 Köln / 2 Ustd/ Teilnahme kostenlos / Anmeldung erforderlich / Kurs 83-L2

Inga Wolfram . Rosa Luxemburg als Ikone der sozialistischen Bewegung ist weltweit bekannt. Ihre überzeugende Kapitalismuskritik war der Motor für ihre journalistische und politische Arbeit.

Die brillant komponierte Filmdokumentation zeigt zentrale Lebensorte und unterschiedliche Lebensphasen Rosa Luxemburgs. Erzählungen bekannter Persönlichkeiten geben Einblicke in das vielschichtige Leben der Revolutionärin.

Inga Wolfram, Regisseurin zahlreicher Filme, Autorin und Journalistin und Dr. Jörn Schütrumpf, Historiker, Autor und Verleger führen anschliessend ein Podiumsgespräch.

Moderation: Dr. Eva Bockenheimer, Philosophin

Es kooperieren: VHS Köln, Kölner Frauengeschichtsverein, Rosa Luxemburg Stiftung, Friedensbildungswerk Köln

Bitte melden Sie sich aufgrund der CoronaSchutzVerordnung mit vollständigen Daten an unter vhs-gesellschaft@stadt-koeln.de oder telefonisch: 0221 – 25990.

 

Die Veranstaltung wurde auf Mai 2022 verschoben.

Heimat Neubauquartier

Mai 2022 /10.00 – 17.00 Uhr / 8 UStd. / Ort wird noch bekanntgegeben / Preis 180 (150) Euro für Tagung incl. Tagungsgetränke und Kaffee od. Tee mit Kuchen (ohne Mittagstisch) / Anmeldung erforderlich / Kurs 83-N1

  • Finden Neubürger:innen Anschluss an die Altbürger:innen?
  • Finden sie untereinander Kontakt?
  • Wie kann die soziale Ebene in der Planung und Realisierung von Projekten unterstützt werden, um Konflikte zu vermeiden?
  • Kann eine umwelt- und klimagerechte Einbettung in die Landschaft gelingen?

Solche und ähnliche Fragen werden bei der Planung und Realisierung von Quartieren früher oder später auftreten. Manchmal treten sie auch erst viele Jahre nach der Realisierung offen zu Tage, etwa durch Medienberichte. Welche Bilder werden erzeugt und stimmen sie mit den Bildern der Menschen vor Ort überein?

Die Veranstaltung geht den Fragen nach und lässt lokale Akteur:innen zu Wort kommen und bringt unterschiedliche Perspektiven von Planenden und Forschung zusammen.

Stadtplanende, Architekt:innen und andere mit der Konzeption von Neubaugebieten befasste Personen arbeiten in der Regel ohne Rückkopplung mit dem Vorhandenen.

Veranstalter: Friedensbildungswerk Köln e.V. in Zusammenarbeit mit der Stadtplanerin und Mediatorin Friedericke Schweers (BKI GmbH, Aachen) und dem Planer Dr. Thomas Baum (VSU gmbH, Herzogenrath) durchgeführt.

Die Veranstaltung ist von der Architektenkammer NRW als Fortbildungsveranstaltung von 4 Unterrichtsstunden zu 45 Minuten für Mitglieder der Architektenkammer NRW mit Fachrichtung Architektur, Landschaftsarchitektur und Stadtplanung anerkannt.

>> Den Flyer zu dieser Veranstaltung finden Sie hier

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Regelmäßige Veranstaltungen:

 

 

Neue Arbeit – vor Ort in Köln-Mülheim
Jeden Mittwoch / 09.00 – 12.00 Uhr
INA, Düsseldorfer Straße 74, Köln-Mülheim / Teilnahme kostenlos / Kurs 83-I1

Heinz Weinhausen. «Neue Arbeit» steht für selbstbestimmtes, gemeinwesenorientiertes, umweltverträgliches Wirtschaften und Arbeiten. Die Sozialistische Selbsthilfe Mülheim (SSM) praktiziert dies seit mehr als 30 Jahren. Bei ihren wöchentlichen Gesprächskreisen berichtet und diskutiert die SSM über Aktivitäten und Perspektiven.

 

 

Wider die deutsche Bildungskatastrophe!
Diskussionsreihe des AK Bildung & Erziehung von Attac Köln

Jeden 2. & 4. Mittwoch im Monat / 20.00 - 22.15 Uhr

Alte Feuerwache, Köln-Agnesviertel / Teilnahme kostenlos / Kurs 83-P2

Oswald Pannes. Der Arbeitskreis Bildung&Erziehung von attac Köln – AK:BE – befasst sich über die ständige kritische Analyse des bildungspolitischen Geschehens in Deutschland hinaus in diesem Trimester schwerpunktmäßig mit der Schulentwicklung in Köln. Sie weist einen enormen Rückstand in der Gesamtschulversorgung auf, dem ein priorisierter Ausbau der Gymnasien über den Bedarf hinaus entgegensteht.

 

 

Bewegte Welt

 

Tagung zu jüdischem Leben in Köln

Tagung «Jüdisches Leben in Köln: Gedächtnis – Sammlung – Vermittlung – Zukunft» am 27. und 28. April 2021. Streaming über >> facebook.com/historischesarchiv oder >> youtube.com

 

Covid-19

Informationen zu Covid-19 in leichter Sprache und in anderen Sprachen sind vom «Kompetenzzentren Selbstbestimmt Leben (KSL) Köln» auf deren Website zusammengestellt.

Wir haben einige interessante Artikel zum Nachlesen gesammelt:

Ein Blick in die Geschichte der Seuchen und deren Umgang. Es wird deutlich, wie die Sicherheitslogik und Abgrenzung dominiert, während der friedenslogische Umgang nicht beachtet wird. >> https://taz.de/Historiker-Malte-Thiessen/

«Freiheit und Pandemie» – eine Erinnerung an das Leben danach. Am 17.03.2020 hat der Kölner Politikwissenschaftler Eric Flügge einen guten Text geschrieben. Das PDF hier >> Freiheit und Pandemie

Mit zweierlei Maß – warum bei Covid-19 der Ausnahmezustand herrscht und Staaten beherzt handeln – aber angesichts der globalen Klimakrise untätig bleiben. >> taz.de/Corona-und-Klima. Fabian Schneider kommentierte in der Taz am 30.03.2020 die Untätigkeit aller Regierung beim Klimaschutz.

 

11 Frauen, 11 Filme, 11 Lesungen

11 Frauen, 11 Filme, 11 Lesungen von Kölner Autorinnen. Zusammengestellt vom Frauengeschichtsverein, zu finden unter www.youtube.com.

 

Zur Außenpolitik Saudi Arabiens

„Die Außenpolitik Saudi Arabiens: Alte Ziele, neue Strategien“ von Sebastian Sons. >> Hier als PDF in Ergänzung seines Vortrages im FBK.

 

Aufarbeitung Atommüll

Auf der Tagung der evangelischen Akademie Loccum zur Endlagersuche für den Atommüll im Juni 2017 hat Roland Schüler einen Vortrag zur Vergangenheitsbewältigung gehalten. Der Text wird demnächst im Tagungsband erscheinen. >> Hier vorab das PDF

Im Rahmen der Ringvorlesung war Roland Schüler an der FU Berlin zu Gast: >> Mehr im Flyer-PDF / >> Die Präsentation als PDF

Im September 2020 mahnen Mediator:innen einen tragfähigen Konsens bei der Suche nach einem Atommülllager-Standort an. Gerade wurde die Karte der potentiellen Lagerstätten veröffentlicht. Der Bundesverband Mediation und der Förderverein Mediation im öffentlichen Bereich haben eine Stellungnahme veröffentlicht >> Hier als PDF.

>> Eine kritische Bewertung auch im Forschungsjournal «Soziale Bewegungen»

 

 

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