Krieg & Frieden

 

Das Friedensbildungswerk Köln ist in den 1980er Jahren von Mitgliedern der Friedensbewegung gegründet worden. Bis heute bildet der Friedensgedanke das inhaltliche Gerüst unserer Bildungsarbeit für Erwachsene. Entsprechend finden sich Themen rund um Krieg und Frieden auch in unserem Programm wieder.

 

1919 – 2019 / 1. Weltkrieg: Ursachen, Wirkungen, Verlauf, Folgen:

 

 

Rund um Krieg und Frieden:

 

 

1919 – 2019 / 1. Weltkrieg: Ursachen, Wirkungen, Verlauf, Folgen
Das Friedensbildungswerk begleitet den 1. Weltkrieg und betrachtet die Ursachen, die Wirkungen, den Verlauf und die Folgen. Unter diesem Programmpunkt finden Sie / findest Du die aktuellen Veranstaltungen.

Soldaten bei Ypern, Oktober 1917 Quelle: wikipedia.org

Die Februarrevolution 1917 - Auftakt zum Ende des Ersten Weltkriegs. Am 06.03.2017 hatte Dr. Diana Siebert die Februarrevolution in ihrer Bedeutung herausgestellt.

>> Ihren Vortrag hier als PDF

 

 

Der Matrosenaufstand 1917

Vor genau 100 Jahren, am 5. September 1917, wurde der Militär-Übungsplatz in Köln-Wahn Schauplatz zweier umstrittener Hinrichtungen. Hier, weit weg von der Küste, wurden die wenige Tage zuvor verhängten Todesurteile gegen zwei junge Matrosen der Kaiserlichen Marine vollstreckt.

Albin Köbis und Max Reichpietsch waren Teil der Matrosenbewegung, die sich gegen die ungleiche Versorgung von Offizieren und Matrosen sowie andere Missstände auf den Schiffen zur Wehr setzten. Zugleich wollten sie mit ihrem Aufstand ein Zeichen für den Frieden setzen.

Das Friedensbildungswerk, die SJD / Die Falken Gruppe Robert Blum und der DGB Köln/ Bonn nehmen den Jahrestag zum Anlass, um an den Matrosenaufstand zu erinnern. Kooperationspartner: AK Zivilklausel an der Universität zu Köln.

>> Das Gesamtprogramm hier als Plakat

Zur Vorführung des Films «Matrosenmeuterei» kamen 79 Personen in das Weisshauskino.
Den Vortrag von Christoph Regulski aus «Lieber für die Ehre erschossen werden, als für die sogenannte Ehre fallen» besuchten 45 Menschen.
An der öffentlichen Gedenkveranstaltung in Köln-Porz-Wahn waren 60 Personen anwesend, darunter die Ratsmitglieder Christian Joisten und Jörg Detjen.

>> Bilder zur Gedenkveranstaltung sehen Sie hier:

Auf Foto klicken, um mehr Bilder zu sehen

>> Die Rede von Wolfgang Uellenberg-van Dawen als PDF
>> Die Rede von Günter Baumann VVN/BdA Köln als PDF

 

 

 

Frauenstimmen für den Frieden

100 Jahre Internationale Frauenliga

Do 16.05. 2019 / 19.00 – 21.15 Uhr / Friedensbildungswerk Obenmarspforten 7-11 in 50667 Köln / Kostenbeitrag erbeten / Kurs 79-F1

Frauenkongress 1919 . Quelle: Archiv

Susanne Hertrampf: «Mit der Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit (IFFF) schufen die Gründerinnen ein Forum, aus dem heraus sich Frauen bis heute für eine neue Sicherheits- und Außenpolitik stark machen. Ihr Ausgangspunkt waren das Wissen, was Militarismus für Männer und Frauen konkret bedeutet, demokratische Prinzipien, soziale Gerechtigkeit sowie Völker-, Frauen- und Menschenrechte. Mit diesen Prinzipien setzen die IFFF-Frauen seither dem Militarismus eine geschlechtergerechte Friedenskultur entgegen und fordern die Hegemonie der Männer in der Außen- und Sicherheitspolitik heraus.

Auf ihrem zweiten Kongress im Mai 1919 in Zürich geben sich die Friedensfrauen eine Satzung und definieren ihre zwei wichtigsten Ziele, die in den neuen Namen ihrer Organisation einfließen: Women’s International League for Peace and Freedom (WILPF), oder auf Deutsch: Internationale Frauenliga für Frieden und Freiheit (IFFF).

Entsprechend dieser spannungsgeladenen Zielsetzung engagieren sich die IFFF-Frauen nicht nur für eine allgemeine und umfassende Abrüstung, für die gewaltfreie Lösung von Konflikten sowie eine Intensivierung der internationalen Zusammenarbeit, sondern auch für soziale Gerechtigkeit und die Verwirklichung von Menschenrechten, gerade auch für Frauen. Zudem verurteilen sie den Versailler-Vertrag, der ohne die Beteiligung von Frauen in Paris ausgehandelt worden war, als Saat für einen neuen Krieg.»

>> Impressionen vom Kongress sind unter www.womenvotepeace.com/zurich-congress-1919/ zu finden.

Die IFFF gehörte zu den ersten Nichtregierungsorganisationen (NGOs), die die Völkerbundpolitik entsprechend ihren politischen Zielsetzungen zu beeinflussen suchten.

Diese bedeutsame Friedensinitiative ist zu würdigen und deren Wirken von Zürich 1919 bis 2019 wird an diesem Abend betrachtet.

Susanne Hertrampf ist Historikerin. Sie forscht zu deutschen und internationalen Frauen(friedens)bewegungen und ist Mitglied der IFFF.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Frauengeschichtsverein Köln und dem FrauenNetzwerk für den Frieden Bonn.

 

 

Zum Ende des 1. Weltkrieges und zur Unterzeichnung des Versailler Vertrages präsentieren die Off Kinobetriebs GmbH und das Friedensbildungswerk einen besonderen Abend am Do 27.06.2019

Der Film “They shall not grow old” und der ergänzende Vortrag zum Friedensvertrag von Versailles mit Christoph Regulski

 

“They shall not grow old” – OmU - ein Film von Peter Jackson

Do 27.06.2019 / 19.00 – 21.00 Uhr / Kino Off-Broadway Zülpicher Straße 24 50674 Köln / Kinoeintritt / Kurs 79-V2

Der Film zeigt britische Soldaten während des 1. Weltkrieges und spannt einen Bogen vom Ausbruch der Feindseligkeiten über das Kriegsgeschehen auf den Schlachtfeldern in Belgien bis hin zum Waffenstillstand von 1918. Der Regisseur Peter Jackson hat britische Filmaufnahmen von der Westfront restauriert und fügt dem Filmmaterial Stimmen hinzu.

Der Film zeigt die Frontsoldaten während der erbitterten Grabenkämpfe, aber auch in Alltagssituationen, in denen sich die Männer die Zeit vertreiben, lachen und singen, um sich von den Wirren des Krieges abzulenken. Die Waffenbrüder finden sich in dreckigen Schützengräben wieder, in denen es von Ratten wimmelt und in denen die Gasangriffe die geringste Sorge der Soldaten ist. Deutsche Kugeln, Granaten und Minen entwickelten sich in diesen Momenten zu einer konstanten Hintergrundmusik. Die Ausschnitte zeigen die Grausamkeit des Krieges. Und geben eine Erklärung für die Forderungen im Friedensvertrag.

Peter Jackson widmet diesen Film auch seinem eigenen Großvater, der von 1910 bis 1919 im 2. South Wales Borderers Infanterieregiment diente

>> Der Trailer auf youtube

>> Nach dem Film gibt es Informationen zum Friedensvertrag von Versailles heute vor 100 Jahren.

 

 

Versailler Vertrag - Eine Einordnung des umstrittenen Vertrages

Do 27.06.2019 / 21.00 – 22.00 Uhr / Kino Off-Broadway Zülpicher Straße 24 50674 Köln / 1 Ustd / Kostenbeitrag erbeten / Kurs 79 – V2

William Orpen: Vertragsunterzeichnung in der Spiegelgalerie des Schlosses von Versailles 1919 . Quelle: wikipedia

Christoph Regulski . Am 28. Juni 1919 unterzeichnete die deutsche Delegation in Versailles einen Vertrag, der den Ersten Weltkrieg beendete und Frieden für Europa bringen sollte. Am 11.11. 1918 wurde ein Waffenstillstand vereinbart. Doch konnte dieser Friedensschluss die hohen Erwartungen erfüllen? War es ein «gerechter» Friede?

Um diese Frage zu beantworten blickt Christoph Regulski in die Geschichte des Weltkrieges zurück und blickt auf die verschiedenen Versuche, schon wesentlich früher zu einem Frieden zu gelangen. Er erläutert die internationale Dimension des Vertrages und ordnet den Vertrag zu den deutschen Friedensabschlüssen von 1871 und den Anfang 1918 geschlossenen Vertrag von Brest-Litowsk zwischen dem kaiserlichen Deutschland und dem bolschewistischen Russland.

Ausgehend von den Bestimmungen der Versailler Vertrages stellt der Referent zum einen die Auswirkungen in Form von Entschädigungen und Gebietsabtretungen dar. Zum anderen schildert er die politischen Folgen, die der Vertrag für Deutschland und die junge Weimarer Republik hatte. Traf der als ungerecht empfundene Frieden statt des kaiserlichen Reiches nicht vielmehr einen demokratischen Staat und erschwerte ihm auf lange Sicht die Akzeptanz? War er gar ausschlaggebend für den Aufstieg des Nationalsozialismus?

Christoph Regulski ist Historiker und Autor. Im FBK stellte er bereits seine Bücher über den Hungerwinter 1916, den Matrosenaufstand von 1917 und zur Novemberrevolution in Deutschland vor.

 

Rund um Krieg und Frieden

 

 

«#NO2PERCENT – Frieden geht anders!»

Anlässlich des Antikriegstages am 1. September und der anstehenden Bundestagswahl haben die Kölner Gewerkschaften - zusammen mit dem FRIEDENSBILDUNGSWERK und vielen Erstunterzeichner/innen der Stadtgesellschaft, aus den Bereichen: Soziales, Kultur, Kunst, Medien und Wissenschaft - die Petition «#NO2PERCENT – Frieden geht anders!» gestartet. Die Petition richtet sich gegen das 2-Prozent-Ziel der NATO-Mitgliedsstaaten und fordert die Bundestagskandidaten/innen auf, dieses Ziel abzulehnen.
Das 2-Prozent-Ziel der NATO, das von der Trump-Regierung vehement eingefordert wird, sichert nicht den Frieden sondern führt zu einer neuen Rüstungsspirale. Außerdem: Schon heute verschlingt der Rüstungsetat in Deutschland über 11% des Bundeshaushalts.
«30 Mrd. Euro mehr für den Verteidigungshaushalt – das hat drastische Haushaltskürzungen bei dringenden sozialen, ökologischen, infrastrukturellen und bildungspolitischen Projekten zur absehbaren Konsequenz. Dagegen wollen wir uns rechtzeitig auflehnen. Statt Friedensdividende müssten Arbeitnehmer die Lasten einer neuen Spirale des Wettrüstens tragen. Wir brauchen das Geld für sichere Renten, Bildung, Infrastruktur, soziale Sicherheit», so Witich Roßmann, Vorsitzender des DGB Köln.
Konflikte lassen sich nicht mit Waffengewalt lösen. Wir brauchen verstärkt zivile Strategien zur Friedenssicherung, die an den Ursachen von Kriegen und Konflikten ansetzen. Hierzu gehören vor allem ein fairer Welthandel, eine gerechtere Verteilung des weltweiten Reichtums sowie soziale und ökologische Entwicklungs- und Klimaschutzprojekte.
«Mit der Petition fordern wir alle Bundestagskandidaten- und Kandidatinnen auf, eine 2% Verpflichtung für den Verteidigungshaushalt im Koalitionsvertrag der nächsten Bundesregierung abzulehnen», erklärt Witich Roßmann, Vorsitzender des DGB Köln. «Die Wähler haben einen Anspruch auf klare Aussagen der Kandidat/innen für das höchste parlamentarische Amt in Deutschland, das über die Prioritäten der Haushalte in den nächsten vier Jahren entscheidet.»

>> Der Aufruf und die ErstunterzeichnerInnen hier als PDF

>> Ausführliche Informationen zum Thema sind unter www.Koeln-Bonn.DGB.de/no2percent zusammengestellt.

Zum Unterschreiben:
www.openpetition.de/petition/online/no2percent-frieden-geht-anders

 

 

Eine Veranstaltung zur Europawahl: Frieden in Europa - in Gefahr?
Gedanken zur Europäischen Sicherheitspolitik

Mi 10.04.2019 / 19.30 – 21.45 Uhr / Friedensbildungswerk, Obenmarspforten 7-11, 50667 Köln / 3 Ustd / Kostenbeitrag erbeten / Kurs 79 – E1

Die Europäische Union mit derzeit 28 Staaten . Quelle: wikipedia

Antje Heider-Rottwilm . Die Europäische Union ist Friedensnobelpreisträger. Ausgezeichnet im Jahre 2012 dafür, nach dem Weltkrieg II einen Raum für Versöhnung und Frieden in Europa entstehen zu lassen. Im Jahre 2019 können die Entwicklungen in Europa und der europäischen Gemeinschaft zur Sicherheitspolitik mit tiefer Besorgnis beobachtet werden: Sicherung und Abschottung der Außengrenzen, Umschichtung von Geldern in einen europäischen Verteidigungsfond, Überlegungen zum Aufbau einer Europäischen Armee. Es ist zu befürchten, dass die Kapazitäten der EU in Bezug auf Friedensförderung, zivile Konfliktprävention und Versöhnung auf Kosten einer Militarisierung der Sicherheitspolitik verringert statt gestärkt werden. Wie ernst wird in Europa noch das Primat der gewaltfreien Konfliktbewältigung genommen?

Antje Heider-Rottwilm, OKRin.i.R. ist Vorsitzende vom europäischen Friedensnetzwerk Church and Peace e.V. und wird eine Einschätzung der Europäischen Sicherheitspolitik geben. Eine gemeinsame Veranstaltung vom Friedensbildungswerk Köln, der Melanchthon Akademie Köln, dem Forum ZfD und der Friedensinitiative Sülz-Klettenberg.

>> Eine weitere Veranstaltung zur Europawahl finden Sie in «Politik & Gesellschaft» > «Mit Haltung gegen Populismus in Europa»

>> Die Presseerklärung von Church And Peace zum europäischen Verteidungungshaushalt vom 12.12.2018 hier als PDF

>> Der gemeinsame Aufruf von 74 Organisationen zur Wahl des Europäischen Parlamentes und der Rettung des Friedensprojektes Europa. Hier als PDF

 

 

Atomwaffen auf die Anklagebank

Mi 08.05.2019 / 19.30 – 21.45 Uhr / Friedensbildungswerk / 3 Ustd/ Kostenbeitrag erbeten / Kurs 79-B5

Demonstration 2008 in Büchel. Foto: Buroll . Quelle: wikipedia

Ariane Dettloff . Zu siebt haben Friedensaktivist*innen im Juli 2018 die Startbahn der Tornado-Flieger in Büchel in der Eifel blockiert, um den dort alltäglich von deutschen SoldatInnen geübten Atomkrieg mit US-amerikanischen B61-Bomben zu behindern. Ariane Dettloff, Mitglied der DFG-VK Gruppe Köln war dabei, ebenso wie Mitglieder der IPPNW, der Quäker, des Netzwerks Friedenssteuer und von Pax Christi. Der Amtsrichter verurteilte die zivil Ungehorsamen wegen «Hausfriedensbruch» zu 30 bis 60 Tagessätzen. Die «TäterInnen», die ihrerseits die rechtswidrige Atomwaffenpolitik der Bundesregierung anklagten, gingen in Berufung und verteidigen sich im Sinn des «rechtfertigenden Notstands»:

Wo Unrecht zu Recht werde, sei Widerstand Bürgerpflicht. Sie wollen die Obergerichte dazu bringen, die Völkerrechtswidrigkeit der Atomwaffenpolitik festzustellen und infolgedessen die Bundesregierung nötigen, die «Nukleare Teilhabe» Deutschlands zu beenden und den Bundestagsbeschluss von 2010 für den Abzug der Atomwaffen aus Deutschland endlich umzusetzen. Bis dahin sind weitere Aktionen Zivilen Ungehorsams geplant.

Der Berufungsprozess soll im Frühjahr in Koblenz stattfinden.

>> Die Oberbürgermeisterin der Stadt Köln Henriette Reker hat zu Beginn der Büchel-Kampagne 2019 ein Grußwort geschrieben. Dieses Grußwort hier als PDF.

Ariane Dettloff, Journalistin und Friedensaktivistin, wird die Prozesskampagne der Büchel-Aktiven vorstellen und die Diskussion darüber moderieren.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der DFG/VK Gruppe Köln.

 

 

 

 

Sicherheit neu denken – Europas Sicherheitspolitik zwischen militärischer Tradition und zivilen Lösungen.

Mo 27.05.2019 / 19.30 – 21.45 Uhr / Friedensbildungswerk / 3 Ustd / Kostenbeitrag erbeten / Kurs 79-B4

Ralf Becker . Nach dem gewaltsamen Regierungswechsel in der Ukraine und der Annexion der Krim durch Russland haben die NATO-Staaten Aufrüstungsprogramme beschlossen. Die Kündigung wichtiger Rüstungskontrollverträge durch die USA hat offengelegt, dass Europa zum Teil andere Sicherheitsinteressen als die USA hat. Diese Änderungen sind zugleich eine Chance, die bisherige Priorität der NATO auf militärische Sicherheitspolitik zu hinterfragen und in Europa eine „andere, eigene Farbe unserer Sicherheitspolitik zu entwickeln“, wie selbst Verteidigungsministerin von der Leyen formuliert. Die Evangelische Landeskirche in Baden hat ein Szenario zum kompletten Umstieg von der militärischen zu einer zivilen Sicherheitspolitik bis zum Jahr 2040 entwickelt, das an diesem Abend vorgestellt wird.

Ralf Becker ist aktiv bei gewaltfrei leben e.V. und Mitglied der AG „Sicherheit neu denken" der Evangelischen Landeskirche in Baden. Am 12.10.2019 ist dazu ein Studientag geplant.

Eine Veranstaltung des Friedensbildungswerks Köln, der Melanchthon-Akademie, des Katholischen Bildungswerks Köln, DFG/VK Gruppe Köln und des Alois-Stoff-Bildungswerks der DFG/VK.

 

 

Über Drohnen

Mi 12.06.2019 / 19.00 – 21.30 Uhr / Bürgerzentrum Alte Feuerwache, Großes Forum Melchiorstraße 3, 50670 Köln-Agnesviertel / 3 Ustd / Teilnahme kostenlos / Kurs 79-D1

Bundeswehr-Drohne auf der ILA 2010. Foto: «ILA-boy» . Quelle: wikipedia

Marius Pletsch. Am 13. Juni 2018 stimmte der Haushaltsausschuss des deutschen Bundestags mit den Stimmen der großen Koalition aus SPD und CDU/CSU für die Anschaffung bewaffnungsfähiger Drohnen für die Bundeswehr. Diese geleasten Drohnen stellen eine Übergangslösung dar bis eine europäische Drohne zur Verfügung steht. Hierfür soll Geld verwendet werden, das aus der enormen Aufstockung des Rüstungshaushaltes stammt.

Diese Mittel fehlen an anderen Stellen für Soziales, Bildung und Pflege. Bereits der Beschluss über ihre Anschaffung ist umstritten. Neben der nun beschlossenen Anschaffung bewaffnungsfähiger Drohnen, ist auch die Unterstützung der Drohneneinsätze der USA von der Airbase Ramstein durch die Bundesregierung in der Kritik von Amnesty International. Ein Urteil des Oberverwaltungsgerichtes Münster vom 19. März 2019 bezieht eindeutig Stellung für Betroffene.

Mit dem Beschluss macht die Bundesregierung einen weiteren Schritt auf dem Weg zu einer eigenen bewaffneten Drohne. Dies ist unabhängig davon, ob diese in Zukunft geleast oder im Rahmen europäischer Rüstungsbestrebungen beschafft wird. Diese Entwicklung lässt sich als Symptom eines weltweiten Rüstungsschubs im Bereich autonomer Bewaffnung und Kriegsführung sehen, sowie einem auf diesem Gebiet entbrannten Rüstungswettlauf. Über die Problematik extralegaler Tötungen mittels Drohnen im Verhältnis zu einem grenzenlosen Sicherheitsbegriff und die neuesten politischen bzw. militärischen Entwicklungen informiert Marius Pletsch von der Informationsstelle Militarisierung in Tübingen.

Moderation: Anne Schulz.

Eine Veranstaltung des Friedensbildungswerk Kölns in Kooperation mit der DFG/VK und der Friedensinitiative Sülz/Klettenberg

 

 

Reise in ein zerrissenes Land

Do 13.06.2019 / 19.30 – 21.45 Uhr / Friedensbildungswerk / 3 Ustd / Kostenbeitrag erbeten / Kurs 79 – L2

Christiane Lammers, Paul Schäfer . Auf dem Hintergrund friedenswissenschaftlicher und friedenspolitischer Expertise schildern C. Lammers und P. Schäfer Eindrücke einer Reise, die sie nach Tel Aviv, Jerusalem, Ramallah und Hebron führte. Der Abend soll dazu anregen, über Lösungen des gewaltträchtigen Israel-Palästina-Konflikts nachzudenken.

Referent*in:

Christiane Lammers, Wiss. Mitarbeiterin der FernUniversität in Hagen, Mitglied des FBK-Vorstands sowie der AG Friedenslogik der Plattform Zivile Konfliktbearbeitung.

Paul Schäfer, Mitglied d. Redaktion W&F – Wissenschaft und Frieden, ehem. MdB Fraktion Die Linke.

 

 

Vortrag und Diskussion

Einführung in die Restorative Justice

Mo 24.06.2019 / 19.30 – 21.45 Uhr / 3 Ustd / Friedensbildungswerk / Kostenbeitrag erbeten / Kurs 79-B6

Theresa M. Bullmann . «Restorative Justice» – ein Begriff, der nur schwer ins Deutsche übersetzbar ist – bezeichnet eine Theorie sowie eine weltweite Bewegung, deren Inhalt und Ziel es ist, mit schmerzhaften Konflikten und Unrecht einen anderen Umgang zu finden. Namentlich einen Umgang, der auf Strafe verzichtet, der keiner höheren Instanzen («Staat») bedarf, sondern «den Konflikt den Menschen als ihr Eigentum zurückgibt» (Nils Christie).

Wichtige Eckpunkte der RJ sind der gleichberechtigte Dialogprozess zwischen allen Konfliktbeteiligten, die Übernahme von Verantwortung für die Handlungen der Vergangenheit und für den Prozess der Konfliktklärung, das gegenseitige Zuhören und Verstehen, die Wiedergutmachung (oder eine Annäherung daran) sowie die Wahrung der Autonomie und der Respekt vor der Integrität aller. Es scheint für viele vielleicht zunächst unvorstellbar, dass sich Geschädigte, Beschuldigte und weitere Betroffene an einen Tisch setzen, um über zum Teil äußerst schmerzhaftes Geschehenes zu sprechen und dann eine gemeinsame Lösung auszuhandeln. Es ist aber, wenn es gelingt, ein für alle ermächtigender und heilsamer Prozess.

An diesem Abend werde ich versuchen, so gut es mir möglich ist, die verschiedenen Aspekte und Methoden der Restorative Justice zu erklären, Fragen zu beantworten, Zweifel ernst zu nehmen. Insgesamt hoffe ich, Menschen Lust darauf machen zu können, ihre Angst vor dem Austragen – auch schmerzhafter – Konflikte abzulegen, in wirklichen Kontakt miteinander zu treten und Vorstellungen von Schuld und Strafe zu überwinden.

Theresa M. Bullmann, Jahrgang 1979, wohnt in Köln und Südfrankreich. Sie wurde im Friedensbildungswerk als Mediatorin ausgebildet und erlangte danach die Zusatzqualifikation für den Täter-Opfer-Ausgleich. Derzeit arbeitet sie als Redakteurin für das deutschsprachige Fachmagazin für Restorative Justice, TOA-Magazin. Weitere Schwerpunkte sind Gewaltfreie Kommunikation und Restorative Circles.

 

 

Studientag «Sicherheit neu denken» in Köln - Sicherheit neu denken

Europas Sicherheitspolitik zwischen militärischer Tradition und zivilen Lösungen

Sa 12.10.2019 / 10.00 – 17.00 Uhr / Melanchthon-Akademie, Kartäuser Wall 24b 50678 Köln / 8 Ustd / Kostenbeitrag erbeten / Kurs 80-B2 / Anmeldung erforderlich

Ralf Becker und Heiko Lietz . Nach dem gewaltsamen Regierungswechsel in der Ukraine und der Annexion der Krim durch Russland haben die NATO-Staaten Aufrüstungsprogramme beschlossen. Die Kündigung wichtiger Rüstungskontrollverträge durch die USA hat offengelegt, dass Europa zum Teil andere Sicherheitsinteressen als die USA hat. Diese Änderungen sind zugleich eine Chance, die bisherige Priorität der NATO auf militärische Sicherheitspolitik zu hinterfragen und in Europa eine «andere, eigene Farbe unserer Sicherheitspolitik zu entwickeln», wie selbst Verteidigungsministerin von der Leyen formuliert.  Heiko Lietz gehört zu den Pfarrern, welche eine führende Rolle bei der gewaltfreien Revolution in der DDR 1989 gespielt haben. Er wird über seine Erfahrungen berichten. Im Blick hat er die Konfrontation zwischen den Bürgern und den Sicherheitskräften, die sich quasi gegenüberstanden. Die Rolle der Menschen, die als VermittlerInnen auftraten und sich für eine Gewaltfreiheit einsetzen, kann er aus eigener Erfahrung aufzeigen. Nach dem Mauerfall arbeitete Lietz in politischen und kirchlichen Funktionen sowie in Obdachlosenprojekten in Mecklenburg-Vorpommern. Fast 30 Jahre nach dem Mauerfall, 18 Jahre nach der Ausrufung des «Kriegs gegen den Terror» und während ein neues Wettrüsten droht, wollen wir die Erfahrungen für die Zukunft nutzbar machen. Die Evangelische Landeskirche in Baden hat ein Szenario zum kompletten Umstieg von der militärischen zu einer zivilen Sicherheitspolitik bis zum Jahr 2040 entwickelt. Ralf Becker ist Mitglied der damit betrauten Arbeitsgruppe und wird das Szenario vorstellen. In Workshops sollen sich die Teilnehmer*innen mit einzelnen Themenbereichen des Szenarios auseinandersetzen. Im Jahre 2020 soll es eine Kampagne zur zivilen Sicherheitspolitik in Köln (und Umgebung) geben.

Referenten: Ralf Becker, gewaltfrei handeln e. V., Mitglied der AG „Sicherheit neu denken“ der Evangelischen Landeskirche in Baden

Heiko Lietz, Theologe, führendes Mitglied der Friedens- und Bürgerrechtsbewegung in der DDR

Moderation: NN

Eine Kooperation von: DFG-VK Gruppe Köln, Friedensbildungswerk Köln, Melanchthon-Akademie, Alois-Stoff-Bildungswerk der DFG/VK

 

 

 

Kein Ende der Konflikte im Nahen und Mittleren Osten!

Machtinteressen und Stellvertreterkriege

So 10.11.2019 / 17.00 – 19.00 Uhr / Forum der Volkshochschule am Neumarkt, Cäcilienstraße 29-33 Köln / 2 Ustd / Teilnahme kostenlos / Kurs 80-A1

Andreas Zumach . Der Nahe und Mittlere Osten ist längst zu einem Schlachtfeld geopolitischer Interessen, Allianzen und Rivalitäten geworden. Es geht nicht mehr um die Bekämpfung des sogenannten «Islamischen Staates“, die Konfliktlinien verlaufen mittlerweile zwischen den internationalen Großmächten USA und Russland, zwischen regionalen Machtzentren wie Israel und Iran und sogar zwischen den Nato-Partnern Türkei und USA. Diese Konstellation bietet nur wenig Raum für diplomatische Lösungen. Andreas Zumach, taz-Korrespondent in Genf am Hauptsitz der Vereinten Nationen, berichtet über die aktuelle Lage im Nahen und Mittleren Osten, über die Verhandlungen der Interessensmächte abseits der Öffentlichkeit und zeigt mögliche Entwicklungen der Region auf.

Andreas Zumach ist Nahostexperte und arbeitet als Korrespondent am europäischen Hauptsitz der UN in Genf unter anderem für die taz.

Eine Kooperation von VHS Köln, Friedensbildungswerk und Melanchthon-Akademie

 

 

Kölner Friedensforum
Jeden 1. Mittwoch im Monat / 20.00 – 22.15 Uhr
Friedensbildungswerk Köln / Teilnahme kostenlos / Kurs 79-H1

Elvira Högemann . Der Kriegseinsatz der Bundeswehr im Ausland gilt fast schon als normal, widerspricht aber ihrem im Grundgesetz definierten Auftrag: Verteidigung. Militarisierung findet aber auch im Inland statt, in Schulen und Universitäten.

 

 

PAX AN! Arbeitskreis Frieden Köln
Jeden 1. & 3. Donnerstag im Monat / 20.30 – 22.30 Uhr
Allerweltshaus, Körnerstr. 77, Köln-Ehrenfeld / Teiln. kostenlos / Kurs 79-N2

Rolf Noack . Friedensarbeit kann nur in einem weiten Rahmen gesehen werden. Das ist der Ansatz dieser Veranstaltungsreihe: den Blick vom Militärischen zu erweitern und eine friedenspolitische Fragestellung aktueller Themen einzubringen.

 

 

Friedensinitiative Sülz-Klettenberg
Jeden Montag / 20.30 – 22.30 Uhr
Tersteegenhaus, Emmastr. 6, Köln-Sülz / Teilnahme kostenlos / 79-S10

Angelika Stroth . Wir beschäftigen uns mit der Rolle der Bundeswehr (Auslandseinsätze) sowie der zunehmenden Militarisierung der Gesellschaft. Schwerpunkte werden auch sein: Entwicklung im Nahen Osten (Syrien, Israel/Palästina, Iran), Afghanistan und der Ukraine.

 

 

Friedensarbeit im Stadtteil Mülheim
Jeden 1. Montag / 20.00 – 22.15 Uhr
Ev. Kirchengemeinde, Wallstr. 93, Köln Mülheim / Teiln. kostenlos / Kurs 79-F3

Harald Fuchs . Nach der Devise «Global denken, lokal handeln» setzen wir uns in Köln-Mülheim für die Sicherung des Friedens ein und überlegen, wie wir uns gemeinsam für dieses Ziel im Stadtteil betätigen können.

 

 

Bewegte Welt

 

AfD im Bürgerhaus Kalk?

Die AfD will ihren Europawahlkampf am So 07.04.2019 im Bürgerhaus Kalk starten. „Köln-Kalk Verbot für die AfD“ ruft zu Protesten auf. >> Mehr auf facebook

 

Die Ostermärsche Rheinland

finden am Osterwochenende 19.04. bis 22.04.2019 statt. >> Alle Termine unter friedenskooperative.de >> Der Aufruf unter ostermarsch-rheinland.de

 

Friedensdienste-Tagung

«Miteinander aktiv! Friedensdienste in Zeiten von Populismus und Fremdenfeindlichkeit» – eine Tagung in Berlin von der AGDF und der Evangelischen Akademie zu Berlin. Von Fr 03.05. bis Sa 04.05.2019. >> Das Programm hier als PDF >> Anmeldungen auf eaberlin.de

 

Der Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung

findet auch in Köln statt. Am Di 07.05.2019 . >> Näheres demnächst unter zsl-koeln.de

 

Diskussion mit PolitikerInnen für das Europaparlament

In Ergänzung zu unseren Veranstaltungen zu Europa veranstaltet das ForumZfD am Fr 10. Mai 2019 um 19.30 Uhr eine Diskussion mit PolitikerInnen für das Europaparlament statt. «Die Zukunft der Friedens- und Nachhaltigkeitspolitik in der EU» Ort: Großer Saal des Bürgerzentrums Alte Feuerwache im Agnesviertel in Köln.

 

«Versammlungsrecht leicht gemacht»

– so lautete der Titel unserer Veranstaltung mit Jasper Prigge. Sein gerade erschienenes Buch ist unter felix-halle.de zu finden.

 

Die Geschichte der Treuhand

Im April war Marcus Böick im Friedensbildungswerk, danach haben verschiedene Medien über seine wissenschaftliche Arbeit über die Treuhand berichtet. Hier der Podcast eines Interviews auf WDR3.

 

Der Gorleben-Treck – 40 Jahre danach

Eine Ausstellung zur Entwicklung des Wendlands im Protest gegen das atomare Lager Gorleben. Sie findet bis zum 28. Juni 2019 im Kreishaus Lüchow statt. >> S. die Website www.gorleben-archiv.de

Das Stadtmuseum Hannover zeigt bis 28.07.2019 die Ausstellung „Trecker nach Hannover“ >> siehe www.hannover.de

 

Zur Außenpolitik Saudi Arabiens

„Die Außenpolitik Saudi Arabiens: Alte Ziele, neue Strategien“ von Sebastian Sons. >> Hier als PDF in Ergänzung seines Vortrages vom Frühjahr im FBK.

 

Neue Broschüre

Die AfD in Köln - eine Partei am rechten Rand

Beleuchtet werden Entstehungsgeschichte und Entwicklung, Strategie und Programmatik der AfD. Der Kreisverband Köln und die «Junge Alternative» werden unter die Lupe genommen, sowie die Arbeit der AfD-Fraktion im Kölner Stadtrat. Gutes Hintergrundmaterial für die Arbeit gegen Rechts.
Die AfD in Köln – eine Partei am rechten Rand.
16-seitige Broschüre.
Ab sofort kostenlos (gg. Portokosten & Spende) beziehbar beim Jugendclub Courage Köln e.V. Bestellung über: info@jc-courage.de

 

Aufarbeitung Atommüll

Auf der Tagung der evangelischen Akademie Loccum zur Endlagersuche für den Atommüll im Juni 2017 hat Roland Schüler einen Vortrag zur Vergangenheitsbewältigung gehalten. Der Text wird demnächst im Tagungsband erscheinen. >> Hier vorab das PDF

Am 03.02.2018 war unser Geschäftsführer Roland Schüler vom Nationalen Begleitgremium zu einer Tagung in Berlin eingeladen.

Im Rahmen der Ringvorlesung der FU Berlin ist Roland Schüler am Mi 03.07. 2019 zu Gast: Mehr im Flyer-PDF

 

»Adopt a Revolution:

Den syrischen Frühling unterstützen«. So heißt die Kampagne, die Geld und Paten/ Patinnen für die gewaltfreie syrische Bewegung zur Unterstützung sammelt. Mehr Info unter www.adoptrevolution.org . Die Zeitung als PDF finden Sie hier.

 

 

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