Krieg & Frieden

 

Das Friedensbildungswerk Köln ist in den 1980er Jahren von Mitgliedern der Friedensbewegung gegründet worden. Bis heute bildet der Friedensgedanke das inhaltliche Gerüst unserer Bildungsarbeit für Erwachsene. Entsprechend finden sich Themen rund um Krieg und Frieden auch in unserem Programm wieder.

 

1919 – 2019 / 1. Weltkrieg: Ursachen, Wirkungen, Verlauf, Folgen:

 

 

Rund um Krieg und Frieden:

 

 

1919 – 2019 / 1. Weltkrieg: Ursachen, Wirkungen, Verlauf, Folgen
Das Friedensbildungswerk begleitet den 1. Weltkrieg und betrachtet die Ursachen, die Wirkungen, den Verlauf und die Folgen. Unter diesem Programmpunkt finden Sie / findest Du die aktuellen Veranstaltungen.

Soldaten bei Ypern, Oktober 1917 Quelle: wikipedia.org

Die Februarrevolution 1917 - Auftakt zum Ende des Ersten Weltkriegs. Am 06.03.2017 hatte Dr. Diana Siebert die Februarrevolution in ihrer Bedeutung herausgestellt.

>> Ihren Vortrag hier als PDF

 

 

Der Matrosenaufstand 1917

Vor genau 100 Jahren, am 5. September 1917, wurde der Militär-Übungsplatz in Köln-Wahn Schauplatz zweier umstrittener Hinrichtungen. Hier, weit weg von der Küste, wurden die wenige Tage zuvor verhängten Todesurteile gegen zwei junge Matrosen der Kaiserlichen Marine vollstreckt.

Albin Köbis und Max Reichpietsch waren Teil der Matrosenbewegung, die sich gegen die ungleiche Versorgung von Offizieren und Matrosen sowie andere Missstände auf den Schiffen zur Wehr setzten. Zugleich wollten sie mit ihrem Aufstand ein Zeichen für den Frieden setzen.

Das Friedensbildungswerk, die SJD / Die Falken Gruppe Robert Blum und der DGB Köln/ Bonn nehmen den Jahrestag zum Anlass, um an den Matrosenaufstand zu erinnern. Kooperationspartner: AK Zivilklausel an der Universität zu Köln.

>> Das Gesamtprogramm hier als Plakat

Zur Vorführung des Films «Matrosenmeuterei» kamen 79 Personen in das Weisshauskino.
Den Vortrag von Christoph Regulski aus «Lieber für die Ehre erschossen werden, als für die sogenannte Ehre fallen» besuchten 45 Menschen.
An der öffentlichen Gedenkveranstaltung in Köln-Porz-Wahn waren 60 Personen anwesend, darunter die Ratsmitglieder Christian Joisten und Jörg Detjen.

>> Bilder zur Gedenkveranstaltung sehen Sie hier:

Auf Foto klicken, um mehr Bilder zu sehen

>> Die Rede von Wolfgang Uellenberg-van Dawen als PDF
>> Die Rede von Günter Baumann VVN/BdA Köln als PDF

 

 

 

Frauenstimmen für den Frieden

100 Jahre Internationale Frauenliga

Do 16.05. 2019 / 19.00 – 21.15 Uhr / Friedensbildungswerk Obenmarspforten 7-11 in 50667 Köln / Kostenbeitrag erbeten / Kurs 79-F1

Frauenkongress 1919 . Quelle: Archiv

Susanne Hertrampf: «Mit der Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit (IFFF) schufen die Gründerinnen ein Forum, aus dem heraus sich Frauen bis heute für eine neue Sicherheits- und Außenpolitik stark machen. Ihr Ausgangspunkt waren das Wissen, was Militarismus für Männer und Frauen konkret bedeutet, demokratische Prinzipien, soziale Gerechtigkeit sowie Völker-, Frauen- und Menschenrechte. Mit diesen Prinzipien setzen die IFFF-Frauen seither dem Militarismus eine geschlechtergerechte Friedenskultur entgegen und fordern die Hegemonie der Männer in der Außen- und Sicherheitspolitik heraus.

Auf ihrem zweiten Kongress im Mai 1919 in Zürich geben sich die Friedensfrauen eine Satzung und definieren ihre zwei wichtigsten Ziele, die in den neuen Namen ihrer Organisation einfließen: Women’s International League for Peace and Freedom (WILPF), oder auf Deutsch: Internationale Frauenliga für Frieden und Freiheit (IFFF).

Entsprechend dieser spannungsgeladenen Zielsetzung engagieren sich die IFFF-Frauen nicht nur für eine allgemeine und umfassende Abrüstung, für die gewaltfreie Lösung von Konflikten sowie eine Intensivierung der internationalen Zusammenarbeit, sondern auch für soziale Gerechtigkeit und die Verwirklichung von Menschenrechten, gerade auch für Frauen. Zudem verurteilen sie den Versailler-Vertrag, der ohne die Beteiligung von Frauen in Paris ausgehandelt worden war, als Saat für einen neuen Krieg.»

>> Impressionen vom Kongress sind unter www.womenvotepeace.com/zurich-congress-1919/ zu finden.

Die IFFF gehörte zu den ersten Nichtregierungsorganisationen (NGOs), die die Völkerbundpolitik entsprechend ihren politischen Zielsetzungen zu beeinflussen suchten.

Diese bedeutsame Friedensinitiative ist zu würdigen und deren Wirken von Zürich 1919 bis 2019 wird an diesem Abend betrachtet.

Susanne Hertrampf ist Historikerin. Sie forscht zu deutschen und internationalen Frauen(friedens)bewegungen und ist Mitglied der IFFF.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Frauengeschichtsverein Köln und dem FrauenNetzwerk für den Frieden Bonn.

 

 

Zum Ende des 1. Weltkrieges und zur Unterzeichnung des Versailler Vertrages präsentieren die Off Kinobetriebs GmbH und das Friedensbildungswerk einen besonderen Abend am Do 27.06.2019

Der Film “They shall not grow old” und der ergänzende Vortrag zum Friedensvertrag von Versailles mit Christoph Regulski

 

«They Shall Not Grow Old» (Filmszene)

“They shall not grow old” – OmU - ein Film von Peter Jackson

Do 27.06.2019 / 19.00 – 21.00 Uhr / Kino Off-Broadway Zülpicher Straße 24 50674 Köln / Kinoeintritt / Kurs 79-V2

Der Film zeigt britische Soldaten während des 1. Weltkrieges und spannt einen Bogen vom Ausbruch der Feindseligkeiten über das Kriegsgeschehen auf den Schlachtfeldern in Belgien bis hin zum Waffenstillstand von 1918. Der Regisseur Peter Jackson hat britische Filmaufnahmen von der Westfront restauriert und fügt dem Filmmaterial Stimmen hinzu.

Der Film zeigt die Frontsoldaten während der erbitterten Grabenkämpfe, aber auch in Alltagssituationen, in denen sich die Männer die Zeit vertreiben, lachen und singen, um sich von den Wirren des Krieges abzulenken. Die Waffenbrüder finden sich in dreckigen Schützengräben wieder, in denen es von Ratten wimmelt und in denen die Gasangriffe die geringste Sorge der Soldaten ist. Deutsche Kugeln, Granaten und Minen entwickelten sich in diesen Momenten zu einer konstanten Hintergrundmusik. Die Ausschnitte zeigen die Grausamkeit des Krieges. Und geben eine Erklärung für die Forderungen im Friedensvertrag.

Peter Jackson widmet diesen Film auch seinem eigenen Großvater, der von 1910 bis 1919 im 2. South Wales Borderers Infanterieregiment diente

>> Der Trailer auf youtube

>> Nach dem Film gibt es Informationen zum Friedensvertrag von Versailles heute vor 100 Jahren.

 

 

Versailler Vertrag - Eine Einordnung des umstrittenen Vertrages

Do 27.06.2019 / 21.00 – 22.00 Uhr / Kino Off-Broadway Zülpicher Straße 24 50674 Köln / 1 Ustd / Kostenbeitrag erbeten / Kurs 79 – V2

William Orpen: Vertragsunterzeichnung in der Spiegelgalerie des Schlosses von Versailles 1919 . Quelle: wikipedia

Christoph Regulski . Am 28. Juni 1919 unterzeichnete die deutsche Delegation in Versailles einen Vertrag, der den Ersten Weltkrieg beendete und Frieden für Europa bringen sollte. Am 11.11. 1918 wurde ein Waffenstillstand vereinbart. Doch konnte dieser Friedensschluss die hohen Erwartungen erfüllen? War es ein «gerechter» Friede?

Um diese Frage zu beantworten blickt Christoph Regulski in die Geschichte des Weltkrieges zurück und blickt auf die verschiedenen Versuche, schon wesentlich früher zu einem Frieden zu gelangen. Er erläutert die internationale Dimension des Vertrages und ordnet den Vertrag zu den deutschen Friedensabschlüssen von 1871 und den Anfang 1918 geschlossenen Vertrag von Brest-Litowsk zwischen dem kaiserlichen Deutschland und dem bolschewistischen Russland.

Ausgehend von den Bestimmungen der Versailler Vertrages stellt der Referent zum einen die Auswirkungen in Form von Entschädigungen und Gebietsabtretungen dar. Zum anderen schildert er die politischen Folgen, die der Vertrag für Deutschland und die junge Weimarer Republik hatte. Traf der als ungerecht empfundene Frieden statt des kaiserlichen Reiches nicht vielmehr einen demokratischen Staat und erschwerte ihm auf lange Sicht die Akzeptanz? War er gar ausschlaggebend für den Aufstieg des Nationalsozialismus?

Christoph Regulski ist Historiker und Autor. Im FBK stellte er bereits seine Bücher über den Hungerwinter 1916, den Matrosenaufstand von 1917 und zur Novemberrevolution in Deutschland vor.

 

Rund um Krieg und Frieden

 

 

«#NO2PERCENT – Frieden geht anders!»

Anlässlich des Antikriegstages am 1. September und der anstehenden Bundestagswahl haben die Kölner Gewerkschaften - zusammen mit dem FRIEDENSBILDUNGSWERK und vielen Erstunterzeichner/innen der Stadtgesellschaft, aus den Bereichen: Soziales, Kultur, Kunst, Medien und Wissenschaft - die Petition «#NO2PERCENT – Frieden geht anders!» gestartet. Die Petition richtet sich gegen das 2-Prozent-Ziel der NATO-Mitgliedsstaaten und fordert die Bundestagskandidaten/innen auf, dieses Ziel abzulehnen.
Das 2-Prozent-Ziel der NATO, das von der Trump-Regierung vehement eingefordert wird, sichert nicht den Frieden sondern führt zu einer neuen Rüstungsspirale. Außerdem: Schon heute verschlingt der Rüstungsetat in Deutschland über 11% des Bundeshaushalts.
«30 Mrd. Euro mehr für den Verteidigungshaushalt – das hat drastische Haushaltskürzungen bei dringenden sozialen, ökologischen, infrastrukturellen und bildungspolitischen Projekten zur absehbaren Konsequenz. Dagegen wollen wir uns rechtzeitig auflehnen. Statt Friedensdividende müssten Arbeitnehmer die Lasten einer neuen Spirale des Wettrüstens tragen. Wir brauchen das Geld für sichere Renten, Bildung, Infrastruktur, soziale Sicherheit», so Witich Roßmann, Vorsitzender des DGB Köln.
Konflikte lassen sich nicht mit Waffengewalt lösen. Wir brauchen verstärkt zivile Strategien zur Friedenssicherung, die an den Ursachen von Kriegen und Konflikten ansetzen. Hierzu gehören vor allem ein fairer Welthandel, eine gerechtere Verteilung des weltweiten Reichtums sowie soziale und ökologische Entwicklungs- und Klimaschutzprojekte.
«Mit der Petition fordern wir alle Bundestagskandidaten- und Kandidatinnen auf, eine 2% Verpflichtung für den Verteidigungshaushalt im Koalitionsvertrag der nächsten Bundesregierung abzulehnen», erklärt Witich Roßmann, Vorsitzender des DGB Köln. «Die Wähler haben einen Anspruch auf klare Aussagen der Kandidat/innen für das höchste parlamentarische Amt in Deutschland, das über die Prioritäten der Haushalte in den nächsten vier Jahren entscheidet.»

>> Der Aufruf und die ErstunterzeichnerInnen hier als PDF

>> Ausführliche Informationen zum Thema sind unter www.Koeln-Bonn.DGB.de/no2percent zusammengestellt.

Zum Unterschreiben:
www.openpetition.de/petition/online/no2percent-frieden-geht-anders

 

 

Über Drohnen

Mi 12.06.2019 / 19.00 – 21.30 Uhr / Bürgerzentrum Alte Feuerwache, Großes Forum Melchiorstraße 3, 50670 Köln-Agnesviertel / 3 Ustd / Teilnahme kostenlos / Kurs 79-D1

Bundeswehr-Drohne auf der ILA 2010. Foto: «ILA-boy» . Quelle: wikipedia

Marius Pletsch. Am 13. Juni 2018 stimmte der Haushaltsausschuss des deutschen Bundestags mit den Stimmen der großen Koalition aus SPD und CDU/CSU für die Anschaffung bewaffnungsfähiger Drohnen für die Bundeswehr. Diese geleasten Drohnen stellen eine Übergangslösung dar bis eine europäische Drohne zur Verfügung steht. Hierfür soll Geld verwendet werden, das aus der enormen Aufstockung des Rüstungshaushaltes stammt.

Diese Mittel fehlen an anderen Stellen für Soziales, Bildung und Pflege. Bereits der Beschluss über ihre Anschaffung ist umstritten. Neben der nun beschlossenen Anschaffung bewaffnungsfähiger Drohnen, ist auch die Unterstützung der Drohneneinsätze der USA von der Airbase Ramstein durch die Bundesregierung in der Kritik von Amnesty International. Ein Urteil des Oberverwaltungsgerichtes Münster vom 19. März 2019 bezieht eindeutig Stellung für Betroffene.

Mit dem Beschluss macht die Bundesregierung einen weiteren Schritt auf dem Weg zu einer eigenen bewaffneten Drohne. Dies ist unabhängig davon, ob diese in Zukunft geleast oder im Rahmen europäischer Rüstungsbestrebungen beschafft wird. Diese Entwicklung lässt sich als Symptom eines weltweiten Rüstungsschubs im Bereich autonomer Bewaffnung und Kriegsführung sehen, sowie einem auf diesem Gebiet entbrannten Rüstungswettlauf. Über die Problematik extralegaler Tötungen mittels Drohnen im Verhältnis zu einem grenzenlosen Sicherheitsbegriff und die neuesten politischen bzw. militärischen Entwicklungen informiert Marius Pletsch von der Informationsstelle Militarisierung in Tübingen.

Moderation: Anne Schulz.

Eine Veranstaltung des Friedensbildungswerk Kölns in Kooperation mit der DFG/VK und der Friedensinitiative Sülz/Klettenberg

 

 

Israel/ Palästina – Reise in ein zerrissenes Land

Do 13.06.2019 / 19.30 – 21.45 Uhr / Friedensbildungswerk / 3 Ustd / Kostenbeitrag erbeten / Kurs 79 – L2

Christiane Lammers, Paul Schäfer . Auf dem Hintergrund friedenswissenschaftlicher und friedenspolitischer Expertise schildern C. Lammers und P. Schäfer Eindrücke einer Reise, die sie nach Tel Aviv, Jerusalem, Ramallah und Hebron führte. Der Abend soll dazu anregen, über Lösungen des gewaltträchtigen Israel-Palästina-Konflikts nachzudenken.

Referent*in:

Christiane Lammers, Wiss. Mitarbeiterin der FernUniversität in Hagen, Mitglied des FBK-Vorstands sowie der AG Friedenslogik der Plattform Zivile Konfliktbearbeitung.

Paul Schäfer, Mitglied d. Redaktion W&F – Wissenschaft und Frieden, ehem. MdB Fraktion Die Linke.

 

 

Vortrag und Diskussion

Einführung in die Restorative Justice

Mo 24.06.2019 / 19.30 – 21.45 Uhr / 3 Ustd / Friedensbildungswerk / Kostenbeitrag erbeten / Kurs 79-B6

Theresa M. Bullmann . «Restorative Justice» – ein Begriff, der nur schwer ins Deutsche übersetzbar ist – bezeichnet eine Theorie sowie eine weltweite Bewegung, deren Inhalt und Ziel es ist, mit schmerzhaften Konflikten und Unrecht einen anderen Umgang zu finden. Namentlich einen Umgang, der auf Strafe verzichtet, der keiner höheren Instanzen («Staat») bedarf, sondern «den Konflikt den Menschen als ihr Eigentum zurückgibt» (Nils Christie).

Wichtige Eckpunkte der RJ sind der gleichberechtigte Dialogprozess zwischen allen Konfliktbeteiligten, die Übernahme von Verantwortung für die Handlungen der Vergangenheit und für den Prozess der Konfliktklärung, das gegenseitige Zuhören und Verstehen, die Wiedergutmachung (oder eine Annäherung daran) sowie die Wahrung der Autonomie und der Respekt vor der Integrität aller. Es scheint für viele vielleicht zunächst unvorstellbar, dass sich Geschädigte, Beschuldigte und weitere Betroffene an einen Tisch setzen, um über zum Teil äußerst schmerzhaftes Geschehenes zu sprechen und dann eine gemeinsame Lösung auszuhandeln. Es ist aber, wenn es gelingt, ein für alle ermächtigender und heilsamer Prozess.

An diesem Abend werde ich versuchen, so gut es mir möglich ist, die verschiedenen Aspekte und Methoden der Restorative Justice zu erklären, Fragen zu beantworten, Zweifel ernst zu nehmen. Insgesamt hoffe ich, Menschen Lust darauf machen zu können, ihre Angst vor dem Austragen – auch schmerzhafter – Konflikte abzulegen, in wirklichen Kontakt miteinander zu treten und Vorstellungen von Schuld und Strafe zu überwinden.

Theresa M. Bullmann, Jahrgang 1979, wohnt in Köln und Südfrankreich. Sie wurde im Friedensbildungswerk als Mediatorin ausgebildet und erlangte danach die Zusatzqualifikation für den Täter-Opfer-Ausgleich. Derzeit arbeitet sie als Redakteurin für das deutschsprachige Fachmagazin für Restorative Justice, TOA-Magazin. Weitere Schwerpunkte sind Gewaltfreie Kommunikation und Restorative Circles.

Am Wochenende Fr 04.10 und Sa 05.10. 2019 findet ein Workshop mit einer Einführung in Resaurative Justice statt.

>> Mehr unter «Entknastung – jenseits von Strafe und Gefängnis»

 

 

Nach der Kündigung des INF-Vertrages:

Keine Atomwaffen in Mitteleuropa – für eine neue Entspannungspolitik

Do 04.07.2019 / 18.00 – 19.30 Uhr / VHS Studienhaus Raum 006, Neumarkt, Köln-Mitte / 2 Ustd / Kostenbeitrag erbeten / Kurs 79-I4

Regina Hagen, Kai Ehlers . Der Vertrag zur Entfernung atomarer Mittelstreckenraketen aus Europa leistete seit 1987 ei­nen wichtigen Beitrag zu Stabilität und Sicherheit des Kontinents. Seine Aufkündigung zum 1.8.2019 – zunächst durch die USA, in Folge auch durch Russland - wird vermutlich zu neu­em atomaren Wettrüsten führen: Die Waffen werden modernisiert, die gegenseitigen Bedro­hungspotentiale weiter vergrößert, die Gefahr eines Atomkriegs wird erhöht. Der Standort Büchel soll atomar modernisiert, die Militärbasis Ramstein als Lage- und Kommandozen­trumzentrum der US-Armee weiter ausgebaut werden. Welche Möglichkeiten hätte die Bun­desregierung jetzt, um eine derartige Eskalation abzuwenden?

Eine anfängliche Politik der Entspannung gegenüber Russland wurde in den 90er Jahren auf Eis gelegt. Forschungskapazitäten zur Osteuropaforschung wurden abgebaut, Chancen der in­terkulturellen Begegnung wurden nicht genutzt - ein staatlich gefördertes deutsch-russisches Jugendwerk existiert bis heute nicht. Zwar wurden die Wirtschaftsbeziehungen auf niedrigem Niveau ausgebaut. Seit der Krimkrise aber sind die politischen Spannungen deutlich gestie­gen. Nicht nur vor dem Hintergrund einer atomaren Aufrüstung mit all ihren Risiken scheint es dringend geboten, die Entspannungspolitik neu zu begründen. Welche Schritte scheinen rea­listisch? Wo liegen die Widerstände? Was kann die Friedensbewegung dazu beitragen?

Darüber sprechen und diskutieren Regina Hagen, Verantwortliche Redakteurin der Zeitschrift «Wissenschaft und Frieden», Spre­cherin der Kampagne «Büchel ist überall» Kai Ehlers , Russlandkorrespondent.

Veranstalter sind das Kölner Friedensforum, pax christi-Gruppe Köln, DFG-VK Köln in Kooperation mit dem Friedensbil­dungswerk Köln

 

 

Entknastung – jenseits von Strafe und Gefängnis.

Workshop mit Einführung in Restorative Justice

Fr 04.10 und Sa 05.10 2019 / jeweils 10.00 – 17.30 Uhr / Friedensbildungswerk / 16 Ustd / Preis 120,- (80,-) / Anmeldung erforderlich / Kurs 80-M1

Rehzi Malzahn . Dass wir Strafen, erscheint uns eine Selbstverständlichkeit. Manchmal erfüllt sie uns mit Unbehagen, aber wirklich in Frage stellen wir sie nicht. «Strafe ist die Wurzel der Gewalt auf unserem Planeten», schreibt der Begründer der Gewaltfreien Kommunikation, Marshall Rosenberg. Strafe ist ein Kern von Herrschaft: sie bedarf Institutionen, die sie ausführen, und bedeutet, dass sich ein Individuum über das andere erhebt. Um einer friedlicheren und freieren Gesellschaft näher zu kommen, ist daher die Infragestellung von Bestrafung notwendig.  Wie aber kann es anders gehen? Welche Alternativen gibt es?

Der Workshop geht über 2 Tage. Am ersten Tag erarbeiten wir gemeinsam, was Strafe eigentlich ist und warum wir sie einsetzen. Dann werden wir über das Gefängnis sprechen und über den gesellschaftlichen Strafapparat. Können wir uns eine Gesellschaft ohne Knäste vorstellen? Warum und warum nicht? Wo liegen die Schwierigkeiten?  Am zweiten Tag sprechen wir über Alternativen. Was braucht es, um ohne Gefängnis und ohne Strafe auszukommen? Verschiedene Modelle – Stichwort Restorative Justice, Transformative Justice – werden vorgestellt und in einfachen Übungen einzelne Elemente ausprobiert. Zwischendurch gibt es Inputs aus dem Wissensschatz der Referentin.

Begrenzt auf 12 Teilnehmende.

Rehzi Malzahn hat 2018 beim Schmetterling Verlag den Sammelband »Strafe und Gefängnis. Theorie, Kritik, Alternativen. Eine Einführung« herausgegeben. Sie hat sich viele Jahre an der Anti-Knast-Demonstration zu Sylvester in Köln beteiligt und arbeitet seit mehreren Jahren zu verschiedenen Formen gewaltarmer Konfliktbewältigung (Mediation, Gewaltfreie Kommunikation, Restorative Justice), darunter auch im Kontext von »Justiz«.

>> Mehr Infos unter rehzimalzahn.blogsport.eu

Zur Anmeldung

 

 

 

Studientag «Sicherheit neu denken» in Köln - Sicherheit neu denken

Europas Sicherheitspolitik zwischen militärischer Tradition und zivilen Lösungen

Sa 12.10.2019 / 10.00 – 17.00 Uhr / Melanchthon-Akademie, Kartäuser Wall 24b 50678 Köln / 8 Ustd / Kostenbeitrag erbeten / Kurs 80-B2 / Anmeldung erforderlich

Ralf Becker und Heiko Lietz . Nach dem gewaltsamen Regierungswechsel in der Ukraine und der Annexion der Krim durch Russland haben die NATO-Staaten Aufrüstungsprogramme beschlossen. Die Kündigung wichtiger Rüstungskontrollverträge durch die USA hat offengelegt, dass Europa zum Teil andere Sicherheitsinteressen als die USA hat. Diese Änderungen sind zugleich eine Chance, die bisherige Priorität der NATO auf militärische Sicherheitspolitik zu hinterfragen und in Europa eine «andere, eigene Farbe unserer Sicherheitspolitik zu entwickeln», wie selbst Verteidigungsministerin von der Leyen formuliert.  Heiko Lietz gehört zu den Pfarrern, welche eine führende Rolle bei der gewaltfreien Revolution in der DDR 1989 gespielt haben. Er wird über seine Erfahrungen berichten. Im Blick hat er die Konfrontation zwischen den Bürgern und den Sicherheitskräften, die sich quasi gegenüberstanden. Die Rolle der Menschen, die als VermittlerInnen auftraten und sich für eine Gewaltfreiheit einsetzen, kann er aus eigener Erfahrung aufzeigen. Nach dem Mauerfall arbeitete Lietz in politischen und kirchlichen Funktionen sowie in Obdachlosenprojekten in Mecklenburg-Vorpommern. Fast 30 Jahre nach dem Mauerfall, 18 Jahre nach der Ausrufung des «Kriegs gegen den Terror» und während ein neues Wettrüsten droht, wollen wir die Erfahrungen für die Zukunft nutzbar machen. Die Evangelische Landeskirche in Baden hat ein Szenario zum kompletten Umstieg von der militärischen zu einer zivilen Sicherheitspolitik bis zum Jahr 2040 entwickelt. Ralf Becker ist Mitglied der damit betrauten Arbeitsgruppe und wird das Szenario vorstellen. In Workshops sollen sich die Teilnehmer*innen mit einzelnen Themenbereichen des Szenarios auseinandersetzen. Im Jahre 2020 soll es eine Kampagne zur zivilen Sicherheitspolitik in Köln (und Umgebung) geben.

Einführung und Begrüßung durch LKR´i.R. Christine Busch, Vorsitzende der AGDF.

Referenten: Ralf Becker, gewaltfrei handeln e. V., Mitglied der AG „Sicherheit neu denken“ der Evangelischen Landeskirche in Baden

Heiko Lietz, Theologe, führendes Mitglied der Friedens- und Bürgerrechtsbewegung in der DDR

Moderation: NN

Eine Kooperation von: DFG-VK Gruppe Köln, Friedensbildungswerk Köln, Melanchthon-Akademie, Katholisches Bildungswerk Köln, Alois-Stoff-Bildungswerk der DFG/VK

 

 

 

Universell gültig - aber nicht im Nahen Osten!

Die Lage der Menschenrechte

So 10.11.2019 / 17.00 – 19.00 Uhr / Forum der Volkshochschule am Neumarkt, Cäcilienstraße 29-33 Köln / 2 Ustd / Teilnahme kostenlos / Kurs 80-A1

Andreas Zumach . International verbindliche Völker- und Menschenrechtsnormen werden im Nahen Osten zunehmend missachtet und außer Kraft gesetzt. Nicht nur durch lokale Regierungen und Akteure, sondern auch durch die Großmächte. Zudem droht ein Krieg gegen Iran mit verheerenden Folgen für die ganze Region.

Andreas Zumach referiert jedes Jahr im FORUM Volkshochschule. Der renommierte taz-Korrespondent arbeitet in Genf am Hauptsitz der Vereinten Nationen und berichtet über die aktuelle Lage im Nahen und Mittleren Osten.

Eine Kooperation von VHS Köln, Friedensbildungswerk und Melanchthon-Akademie.

 

 

Kölner Friedensforum
Jeden 1. Mittwoch im Monat / 20.00 – 22.15 Uhr
Friedensbildungswerk Köln / Teilnahme kostenlos / Kurs 79-H1

Elvira Högemann . Der Kriegseinsatz der Bundeswehr im Ausland gilt fast schon als normal, widerspricht aber ihrem im Grundgesetz definierten Auftrag: Verteidigung. Militarisierung findet aber auch im Inland statt, in Schulen und Universitäten.

 

 

PAX AN! Arbeitskreis Frieden Köln
Jeden 1. & 3. Donnerstag im Monat / 20.30 – 22.30 Uhr
Allerweltshaus, Körnerstr. 77, Köln-Ehrenfeld / Teiln. kostenlos / Kurs 79-N2

Rolf Noack . Friedensarbeit kann nur in einem weiten Rahmen gesehen werden. Das ist der Ansatz dieser Veranstaltungsreihe: den Blick vom Militärischen zu erweitern und eine friedenspolitische Fragestellung aktueller Themen einzubringen.

 

 

Friedensinitiative Sülz-Klettenberg
Jeden Montag / 20.30 – 22.30 Uhr
Tersteegenhaus, Emmastr. 6, Köln-Sülz / Teilnahme kostenlos / 79-S10

Angelika Stroth . Wir beschäftigen uns mit der Rolle der Bundeswehr (Auslandseinsätze) sowie der zunehmenden Militarisierung der Gesellschaft. Schwerpunkte werden auch sein: Entwicklung im Nahen Osten (Syrien, Israel/Palästina, Iran), Afghanistan und der Ukraine.

 

 

Friedensarbeit im Stadtteil Mülheim
Jeden 1. Montag / 20.00 – 22.15 Uhr
Ev. Kirchengemeinde, Wallstr. 93, Köln Mülheim / Teiln. kostenlos / Kurs 79-F3

Harald Fuchs . Nach der Devise «Global denken, lokal handeln» setzen wir uns in Köln-Mülheim für die Sicherung des Friedens ein und überlegen, wie wir uns gemeinsam für dieses Ziel im Stadtteil betätigen können.

 

 

Bewegte Welt

 

AGDF auf dem evangelischen Kirchentag

Der evangelische Kirchentag vom 19. – 23. Juni 2019 in Dortmund hat zahlreiche Veranstaltungen zum Frieden von der AGDF:

- Gottesdienst am Sa, 22.6., ab 19 Uhr mit der Möglichkeit eines anschließenden Zusammenseins bis zum politischen Nachtgebet mit Eirene >> kirchentag.de/programm

- Menschenkette für den Frieden am Sa, 22.6., mittags >> friedensdienst.de

- Gemeinschaftsstand auf dem Markt der Möglichkeiten: >> kirchentag.de/programm

>> Das Friedensprogramm als PDF hier

 

Aachener Friedenspreis 2019

Der Aachener Friedenspreis 2019 geht an die Kampagne «Büchel ist überall! atomwaffenfrei.jetzt» und den «Initiativkreis gegen Atomwaffen». Dies gab der Aachener Friedenspreis e.V. am Mittwoch, 8. Mai 2019 bekannt. An diesem Abend war die Friedensaktivistin Arianne Dettloff im Friedensbildungswerk Köln zu Gast. Mit Sekt wurde diese Auszeichnung gefeiert. >> Mehr zu Büchel unter atomwaffenfrei.de/

 

«Versammlungsrecht leicht gemacht»

– so lautete der Titel unserer Veranstaltung mit Jasper Prigge. Sein gerade erschienenes Buch ist unter felix-halle.de zu finden.

 

Die Geschichte der Treuhand

Im April war Marcus Böick im Friedensbildungswerk, danach haben verschiedene Medien über seine wissenschaftliche Arbeit über die Treuhand berichtet. Hier der Podcast eines Interviews auf WDR3.

 

Der Gorleben-Treck – 40 Jahre danach

Eine Ausstellung zur Entwicklung des Wendlands im Protest gegen das atomare Lager Gorleben. Sie findet bis zum 28. Juni 2019 im Kreishaus Lüchow statt. >> S. die Website www.gorleben-archiv.de

Das Stadtmuseum Hannover zeigt bis 28.07.2019 die Ausstellung „Trecker nach Hannover“ >> siehe www.hannover.de

 

Zur Außenpolitik Saudi Arabiens

„Die Außenpolitik Saudi Arabiens: Alte Ziele, neue Strategien“ von Sebastian Sons. >> Hier als PDF in Ergänzung seines Vortrages vom Frühjahr im FBK.

 

Neue Broschüre

Die AfD in Köln - eine Partei am rechten Rand

Beleuchtet werden Entstehungsgeschichte und Entwicklung, Strategie und Programmatik der AfD. Der Kreisverband Köln und die «Junge Alternative» werden unter die Lupe genommen, sowie die Arbeit der AfD-Fraktion im Kölner Stadtrat. Gutes Hintergrundmaterial für die Arbeit gegen Rechts.
Die AfD in Köln – eine Partei am rechten Rand.
16-seitige Broschüre.
Ab sofort kostenlos (gg. Portokosten & Spende) beziehbar beim Jugendclub Courage Köln e.V. Bestellung über: info@jc-courage.de

 

Aufarbeitung Atommüll

Auf der Tagung der evangelischen Akademie Loccum zur Endlagersuche für den Atommüll im Juni 2017 hat Roland Schüler einen Vortrag zur Vergangenheitsbewältigung gehalten. Der Text wird demnächst im Tagungsband erscheinen. >> Hier vorab das PDF

Am 03.02.2018 war unser Geschäftsführer Roland Schüler vom Nationalen Begleitgremium zu einer Tagung in Berlin eingeladen.

Im Rahmen der Ringvorlesung der FU Berlin ist Roland Schüler am Mi 03.07. 2019 zu Gast: Mehr im Flyer-PDF

 

»Adopt a Revolution:

Den syrischen Frühling unterstützen«. So heißt die Kampagne, die Geld und Paten/ Patinnen für die gewaltfreie syrische Bewegung zur Unterstützung sammelt. Mehr Info unter www.adoptrevolution.org . Die Zeitung als PDF finden Sie hier.

 

 

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