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Archiv: Bildungsprogramm

„25 Jahre! Wir weichen nicht zurück!“ – Edith Naluyiga und Peter Kayiira berichten live über den Kampf ugandischer Bauern gegen ein Kaffee-Imperium

Ein Rucksack voller alter Landkarten und der unerschütterliche Glaube an die Justiz: Das ist die Ausrüstung, mit der Peter Kayiira seit 2001 gegen die Vertreibung seiner Gemeinde durch eine Hamburger Kaffeegruppe kämpft, die Neumann Kaffee Gruppe. Zusammen mit Edith Naluyiga aus Mubende (Uganda) macht er auf seiner Rundreise Station in Köln. Erleben Sie einen bewegenden Abend voller Berichte über Mut, Solidarität und den zähen Kampf um Wiedergutmachung.

Die beiden Gäste teilen ihre persönlichen Geschichten über den Verlust von Heimat und Lebensgrundlagen, aber auch über die Stärke einer organisierten Gemeinschaft, die sich nicht mundtot machen lässt.

Ein Abend über globale Ungerechtigkeit und die Kraft des langen Atems im Aktivismus. Und über die Frage, was Landgrabbing mit unserem täglichen Kaffee zu tun hat.

Die Veranstaltung findet auf Englisch statt, Übersetzung ins Deutsche wird bereitgestellt.

Eine Kooperationsveranstaltung von FIAN, infoe und Friedensbildungswerk.

Hand mit Idee

Digitaler Schnupperabend zur Grundausbildung Gewaltfreie Kommunikation

Der digitale Schnupperabend gibt dir einen ersten Einblick in unsere Grundausbildung „Gewaltfreie Kommunikation in Zeiten gesellschaftlichen Wandels“ und in die besondere Lernatmosphäre des Friedensbildungswerks.

Dieser Abend ist für dich, wenn du neugierig auf die Ausbildung bist und erleben möchtest, wie wir arbeiten, welche Inhalte dich erwarten und wie die Ausbildung aufgebaut ist. Für die Grundausbildung solltest du bereits an einer 2–3-tägigen Einführung in Gewaltfreie Kommunikation teilgenommen haben.

In einem kurzen, interaktiven Online-Format bekommst du einen Überblick, wie die Ausbildung persönliche Entwicklung, empathische Kommunikation und gesellschaftliches Engagement miteinander verbindet.

Du hast außerdem Zeit, die Dozentinnen kennenzulernen und kannst all deine Fragen stellen – zu den Inhalten, den Voraussetzungen oder zu den Möglichkeiten, die GFK im persönlichen, beruflichen oder gesellschaftlichen Kontext einzusetzen.

Die Logindaten werden dir kurz vorher zugeschickt.

Krieg als Lifestyle? Ein Plädoyer gegen die Medienoffensive der Bundeswehr

Deutschland soll kriegstüchtig werden. Und was macht die Bundeswehr? Sie rekrutiert mithilfe von Blockbuster-Ästhetik, Bildwelten der Gaming-Industrie und Armee-Influencern: Die Zeitenwende wird als Lifestyle-Event mit Adventure-Feeling inszeniert. Daniel Hornuff nimmt Anstoß an der jüngsten Medienoffensive der Bundeswehr. Er entfaltet ein politisches Plädoyer und fordert ein gesetzliches Werbeverbot für die Bundeswehr. Denn die Art und Weise, wie sich das Militär in einer Demokratie präsentiert, ist mit grundlegenden Fragen verknüpft: Was wird als Sicherheitspolitik verstanden? Welche Vorstellungen von Verteidigung und Wehrhaftigkeit zirkulieren? Und was bedeuten uns die Interessen junger Menschen?

Daniel Hornuff, geb. 1981, ist Professor für Theorie und Praxis der Gestaltung an der Kunsthochschule der Universität Kassel. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Kultur-, Kunst- und Designwissenschaften. Er stellt sein gerade erscheinendes Buch vor.

Online (keine Anmeldung notwendig): https://us02web.zoom.us/j/84739900051

Eine Veranstaltung des Gesprächskreises Bildungspolitik der Rosa-Luxemburg-Stiftung, der Rosa-Luxemburg-Stiftung und des Rosa-Lux-Gesprächskreises Sülz-Klettenberg (Köln), pax christi Köln, des GEW Stadtverband Köln (AK Frieden & Internationales) und des Friedensbildungswerk Köln.

Hand mit Idee

Supervision für erfahrene Mediator*innen

Wenn du als Mediator*in erfolgreich arbeiten willst, gehört es dazu, deine eigene Arbeit regelmäßig zu reflektieren und supervidieren zu lassen. Das Format der Supervision bietet den passenden Rahmen, um genau das gemeinsam mit anderen zu tun.

Supervision ist außerdem Voraussetzung für die Lizenzierung durch Berufsverbände wie den Bundesverband Mediation e.V. oder für die Zertifizierung nach dem Mediationsgesetz.

Roland Schüler ist lizenzierter BM® Ausbilder und Mediator. Seit 1992 leitet er am Friedensbildungswerk Köln die Mediationsausbildung nach den Standards und Richtlinien des Bundesverbands MEDIATION e. V. Als Supervisor verfügt er über langjährige Praxiserfahrung und verbindet fundiertes Fachwissen mit vielfältigen Erfahrungen aus der Begleitung von Konfliktprozessen.

Foto von Nothing Ahead by pexels

Austauschabend mit Anne Dietrich zu gewaltfreier Konflikttransformation in Ostafrika

Verbindung schaffen für soziale Veränderung

Austauschabend mit Anne Dietrich: Erfahrungen aus 20 Jahren gewaltfreier Konflikttransformation in Ostafrika

Damit alle Menschen in Würde leben können, braucht es angesichts wirtschaftlicher Ungerechtigkeit, gesellschaftlicher Spaltung und anderer Formen von Gewalt Veränderungen – in uns selbst und in unseren Gesellschaften. Wie können wir dazu beitragen?

Die Gewaltfreie Kommunikation (GFK) nach Marshall B. Rosenberg bietet einen praxisnahen Ansatz für einen respektvollen und friedlichen Umgang miteinander. Sie lädt dazu ein, eine Haltung der Verbundenheit, des freiwilligen Gebens und Nehmens sowie der gemeinsamen Verantwortung zu entwickeln – als Grundlage für nachhaltigen sozialen Wandel.

Nach einer kurzen Einführung in die Grundlagen der Gewaltfreien Kommunikation berichtet Anne Dietrich aus mehr als 20 Jahren internationaler Arbeit in der gewaltfreien Konflikttransformation. Als Fachkraft des Zivilen Friedensdienstes war sie unter anderem im Sudan, in Äthiopien, Ruanda und Burundi tätig und arbeitete dort gemeinsam mit Menschen und Organisationen an einem friedlicheren Miteinander.

Dieser Abend bietet Einblicke in ihre Erfahrungen und die Gelegenheit, Fragen zu stellen, sich auszutauschen und gemeinsam zu reflektieren.

Der Austauschabend richtet sich an alle Interessierten. Spontane Teilnahmen sind herzlich willkommen. Eine vorherige Anmeldung erleichtert uns jedoch die Organisation.

„Nein“, mir zuliebe! – Mut zum Nein sagen

Kennst du das? Jemand bittet dich um etwas, obwohl du eigentlich keine Zeit oder keine Kraft hast – und trotzdem sagst du „Ja“. Vielleicht möchtest du niemanden enttäuschen, Konflikte vermeiden oder einfach nicht unhöflich wirken.

Doch jedes „Ja“, das nicht wirklich aus Überzeugung kommt, kostet Energie. Wer die eigenen Grenzen immer wieder übergeht, gerät langfristig in Stress oder Überforderung.

In dieser Fortbildung lernst du auf Grundlage der Gewaltfreien Kommunikation (GFK) nach Marshall B. Rosenberg, deine Bedürfnisse ernst zu nehmen und deine Grenzen klar, wertschätzend und selbstbewusst zu kommunizieren. Ein „Nein“ muss keine Zurückweisung sein – es kann ein ehrliches „Ja“ zu dir selbst sein.

Im Seminar erfährst und übst du unter anderem,

  • was dich bisher davon abgehalten hat, dir ein „Ja, aber später“ oder ein „Nein“ zu erlauben, und was du dagegen tun kannst, 
  • bewusster abzuwägen, was du mit deinen Entscheidungen riskierst und was du dadurch gewinnst, 
  • zwischen tatsächlichen und vermeintlichen Risiken zu unterscheiden, um deine Ängste vor Konflikten besser in den Griff zu bekommen und weniger oft gegen deinen Willen nachzugeben, 
  • deine inneren Widerstände frühzeitig wahrzunehmen und 
  • sie so souverän zu kommunizieren, dass andere deine Entscheidung verstehen und akzeptieren, 
  • bei deiner Entscheidung zu bleiben – auch dann, wenn du auf Widerstand stößt. 

Die Fortbildung richtet sich an alle, die ihre Kommunikationsfähigkeit stärken und im Alltag selbstbestimmter handeln möchten – unabhängig davon, ob sie bereits Erfahrungen mit der Gewaltfreien Kommunikation haben oder nicht.

Dich erwartet eine abwechslungsreiche Mischung aus kurzen theoretischen Impulsen, lebendigen Gesprächen, praktischen Übungen und Rollenspielen mit eigenen Beispielen. So kannst du das Gelernte direkt auf deinen beruflichen und privaten Alltag übertragen.

Geleitet wird das Seminar von Jochen Hiester, langjährigem Trainer für Gewaltfreie Kommunikation, Konfliktbearbeitung und Mediation.

Entdecke, wie befreiend es sein kann, freundlich und klar „Nein“ zu sagen – ohne schlechtes Gewissen und mit einem guten Gefühl.

 

Gruppe unterhält sich

Dialog mit Andersdenkenden

Andersdenkende haben die starke Neigung, sich aus dem Weg zu gehen. Das ist verständlich, da keine der beiden Seiten erwartet, dass eine Auseinandersetzung miteinander in irgendeiner Weise konstruktiv wird. Nur: Wer Andersdenkenden aus dem Weg geht, kann keinen Einfluss auf deren Einstellungen ausüben. Und genauso ist es bei denjenigen, die zwar die Begegnung suchen, aber nur auf Konfrontation aus sind.

Einfluss auf die Einstellungen anderer kann man nicht erzwingen, man kann ihn sich aber ‚verdienen‘, indem man sich aufrichtig bemüht, Dialoge auf einem bestimmten Niveau zu führen. Doch Vorsicht: Dieses Niveau wird nicht dadurch erreicht, dass Menschen abwechselnd Monologe halten. Es wird hingegen vor allem dadurch bestimmt, wie groß die Bereitschaft und Fähigkeit mindestens einer der beteiligten Personen ist, die Meinungen anderer umfassend verstehen zu wollen. Es ist möglich ein solch umfassendes Verständnis für die Meinungen anderer zu entwickeln, auch dann, wenn du diese Meinungen ganz entschieden ablehnst. Es braucht allerdings eine ganze Reihe von Teilfähigkeiten dazu.

In diesem dreitägigen Bildungsurlaub werden auf Basis der Arbeiten von Marshall B. Rosenberg konkret umsetzbare Schritte aufgezeigt, durch welche du diese Teilfähigkeiten in verschiedenen Formaten trainieren kannst.
Und du wirst dabei am eigenen Leib erleben: Sobald eine andere Person in einem Dialog mit dir umfassendes Verständnis für deine vorgebrachte Meinung aufbringt, bist du weitaus offener dafür, dich mit ihrer Meinung auseinander zu setzen und deine Einstellung zumindest zu überdenken! Dies passiert auch dann, wenn eure Meinungen himmelweit auseinanderliegen.

Der Bildungsurlaub besteht aus einem abwechslungsreichen Ablauf von kurzen theoretischen Inputs, Gruppengesprächen, Kommunikationsübungen und Rollenspielen.Geleitet wird das Seminar von Jochen Hiester, langjährigem Trainer für Gewaltfreie Kommunikation, Konfliktbearbeitung und Mediation.

 

 

Klar und empathisch kommunizieren – Einführung in die GFK

In diesem fünftägigen Bildungsurlaub lernst Du die Grundlagen der Gewaltfreien Kommunikation (GfK) nach Marshall B. Rosenberg kennen. Das Ziel ist, Konflikte und Missverständnisse respektvoll und empathisch zu klären und ein wertschätzendes Miteinander zu fördern – beruflich wie persönlich. Die Methode hilft, herausfordernde Themen, bewusst und gewaltfrei anzusprechen und eine friedliche Haltung zu entwickeln.

Seminarinhalte im Überblick:

  • Grundhaltung und Annahmen, humanistisches Menschenbild
  • Die 3 Wege der GFK
  • Eigene Kommunikationsmuster erkennen – verbindend oder trennend?
  • Vorstellung des 4-Schritte-Modells der GfK: Beobachtung, Gefühl, Bedürfnis, Bitte
  • Klarheit und Wahrnehmung der eigenen Gefühle und Bedürfnisse
  • Umgang mit und Selbstausdruck von starken Gefühlen
  • Empathie und Verständnis für Konfliktpartner:innen entwickeln
  • Praktische Übungen zur Konfliktlösung und zur Förderung eines friedlichen Miteinanders

Der Bildungsurlaub bietet Raum für Entwicklung im Berufsleben, Reflexion und konkrete Anwendung der GFK –  und ist für alle gedacht, die ihre Kommunikations- und Konfliktlösungskompetenzen erweitern möchten.

Geleitet wird der Bildungsurlaub von der CNVC-zertifizierten GFK-Trainerin Sonja Nowakowski, die die Inhalte praxisnah und lebendig vermittelt.

Foto von Christian Krebel auf Unsplash

Jenseits von Schuld und Strafe – Einführung in die Restorative Justice

«Restorative Justice» (RJ) – ein Begriff, der nur schwer ins Deutsche übersetzbar ist – bezeichnet eine Theorie sowie eine weltweite Bewegung, deren Inhalt und Ziel es ist, mit schmerzhaften Konflikten und Unrecht einen anderen Umgang zu finden. Namentlich einen Umgang, der auf Strafe verzichtet, der keiner höheren Instanzen («Staat») bedarf, sondern «den Konflikt den Menschen als ihr Eigentum zurückgibt» (Nils Christie).

Wichtige Eckpunkte der RJ sind der gleichberechtigte Dialogprozess zwischen allen Konfliktbeteiligten, die Übernahme von Verantwortung für die Handlungen der Vergangenheit und für den Prozess der Konfliktklärung, das gegenseitige Zuhören und Verstehen, die Wiedergutmachung (oder eine Annäherung daran) sowie die Wahrung der Autonomie und der Respekt vor der Integrität aller. Es scheint für viele vielleicht zunächst unvorstellbar, dass sich Geschädigte, Beschuldigte und weitere Betroffene an einen Tisch setzen, um über zum Teil äußerst schmerzhaftes Geschehenes zu sprechen und dann eine gemeinsame Lösung auszuhandeln. Es ist aber, wenn es gelingt, ein für alle ermächtigender und heilsamer Prozess, der zu mehr Frieden im Leben der Menschen und in der Gesellschaft führen kann.

Restorative Justice Expertin Rehzi Malzahn wird an diesem Abend die verschiedenen Aspekte und Methoden der Restorative Justice erläutern, Fragen beantworten und auf mögliche Zweifel sensibel eingehen. Sie lädt dazu ein, die Angst vor dem Austragen – auch schmerzhafter – Konflikte abzulegen, echte Begegnung zuzulassen und traditionelle Vorstellungen von Schuld und Strafe hinter sich zu lassen.

Teilnahme nach dem Prinzip „Zahl, was du kannst“. Jede Person soll unabhängig von ihrer finanziellen Situation teilnehmen können. Wer kann, unterstützt unsere gemeinnützige Bildungsarbeit mit einer freiwilligen Spende.