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Archiv: Bildungsprogramm

Wer spricht über den Nahen Osten – und wie? Dekoloniale Perspektiven im Kontext der aktuellen Gewalteskalation im Nahen Osten

Die aktuelle Lage im Nahen Osten prägt Nachrichten, politische Debatten und öffentliche Wahrnehmung weltweit. Doch wie entstehen die Bilder und Narrative, die unseren Blick auf die Region formen? Wer spricht, und über wen wird gesprochen? Welche Perspektiven werden sichtbar gemacht, und welche bleiben strukturell ausgeblendet?

Die Abendveranstaltung widmet sich diesen Fragen aus einer dekolonialen Perspektive und nimmt insbesondere die Mechanismen in den Blick, durch die Gewalt legitimiert, eingeordnet und unterschiedlich bewertet wird. Dabei geht es nicht nur um mediale Darstellung, sondern auch um tief verankerte historische und gesellschaftliche Denkmuster, die bis heute wirksam sind.

Dr. Ralf Rapior (Universität Bielefeld) analysiert in seinem Beitrag die Legitimation von Gewalt aus soziologischer und dekolonialer Perspektive. Im Zentrum steht die Frage, wie rassistische Diskurse über den „Orient“ dazu beitragen, dass Gewalt im Nahen Osten anders wahrgenommen und bewertet wird als im Westen. Er beleuchtet, wie Prozesse der Entmenschlichung entstehen und welche Rolle sie in der öffentlichen und politischen Debatte spielen. Darüber hinaus geht er der Frage nach, warum Menschen aus der Region häufig nicht als handelnde Subjekte, sondern vor allem als Gegenstand von Diskursen erscheinen und welche strukturellen Bedingungen diese Form der Repräsentation prägen.

Im Anschluss richtet Lena Ghareh Baghery (freie Journalistin) den Blick auf die mediale Berichterstattung. Sie zeigt auf, wie sich in Sprache und Darstellung Doppelstandards manifestieren, etwa durch die selektive Verwendung negativ konnotierter Begriffe wie „Angriffskrieg“. Ihr Beitrag macht deutlich, wie mediale Darstellungen politische Deutungen mitprägen und welche Auswirkungen dies auf die öffentliche Wahrnehmung von Konflikten hat.

Die Veranstaltung lädt dazu ein, diese Perspektiven zusammenzuführen und gemeinsam zu diskutieren, wie eine differenziertere, verantwortungsvollere und inklusivere Auseinandersetzung mit dem Nahen Osten aussehen kann. Ziel ist es, gewohnte Sichtweisen kritisch zu hinterfragen und Räume für alternativere Stimmen und Darstellungsweisen zu öffnen.

Im Anschluss an die moderierte Podiumsdiskussion findet eine offene Gesprächsrunde statt.

Ralf Rapior ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich historischer Soziologie der Universität Bielefeld und Vorstandsmitglied im Institut für Weltgesellschaft.

Lena Ghareh Baghery ist freie Journalistin bei der kölnischen Rundschau und berichtet unter anderem über das Stimmungsbild der iranischen Diaspora zur Auseinandersetzung zwischen Israel und Iran.

Eine Kooperationsveranstaltung von Friedensbildungswerk und Stimmen der Solidarität – Mahnwache e.V.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Globales Lernen gegen rechte Ideologien: Strategien aus dem Globalen Süden gegen Antifeminismus und Klimawandelleugnung

Globales Lernen gegen rechte Ideologien: Strategien aus dem Globalen Süden gegen Antifeminismus und Klimawandelleugnung

Angesichts des weltweiten Erstarkens rechter Ideologien geraten Geschlechtergerechtigkeit, Klimaschutz und demokratische Werte zunehmend unter Druck. Dadurch entstehen neue Herausforderungen für politische Bildungsarbeit – auch im Kontext von Bildung für nachhaltige Entwicklung.

Gemeinsam wollen wir Fragen nachgehen, wie

  • Wie nutzen rechte Akteur*innen weltweit Antifeminismus und Klimawandelleugnung als Mobilisierungsinstrument und Bündnismittel?
  • Was können wir aus Gegenstrategien und Protestbewegungen aus dem Globalen Süden lernen?
  • Welchen Herausforderungen stellt sich Bildungsarbeit angesichts des Erstarkens rechter Ideologien?
  • Wie kann Bildungsarbeit mit globalen Perspektiven dazu beitragen, solidarische Handlungsspielräume zu entwickeln und demokratische Werte zu stärken?
  • Wie können Ansätze des sozial-emotionalen Lernens in der politischen Bildungsarbeit Empathie und Perspektivwechsel fördern?

Wir stellen euch die neuen Methoden des F3_kollektiv vor und zeigen euch, wie ihr sie in eurer eignen Bildungsarbeit praktisch anwenden könnt.

Die Methoden sind zwischen 45 und 120 Minuten lang und eignen sich sowohl für den schulischen wie außerschulischen Kontext. Die Materialien können unter der Lizenz CC By S.A. frei genutzt werden.

Ihr reflektiert eure Rolle als Bildungsakteur*in und stärkt einen machtkritischen Ansatz in eurer Praxis. Ihr lernt Ansätze des Sozial-Emotionalen Lernens für die politische Bildungsarbeit kennen und tauscht euch mit anderen Engagierten aus, um euch zu vernetzen und neue Impulse und Sicherheit für den Umgang mit herausfordernden Diskussionen mitzunehmen.
Zusammen schaffen wir einen Raum zum Lernen, Ausprobieren und Reflektieren – für mehr Handlungssicherheit in herausfordernden Zeiten.

Kostenfrei (inkl. Übernachtung & Verpflegung) – die Teilnahme ist auch ohne Übernachtung möglich!

Die Plätze sind begrenzt – meldet euch jetzt an! 

Anmeldeschluss: 18. April 2026

Zielgruppe:
Multiplikator*innen im Globalen Lernen, in der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE), politischen Bildungsarbeit sowie in der geschlechterreflektierten Pädagogik

Bei Fragen meldet euch gerne: projekt@f3kollektiv.net

Die Fortbildung findet in Kooperation mit dem f3_kollektiv statt.

Das Projekt wird gefördert durch die Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW, das Förderprogramm Entwicklungspolitische Bildung von Engagement Global mit Mitteln des BMZ sowie von Brot für die Welt mit Mitteln des Kirchlichen Entwicklungsdienst.

Hand mit Idee

Digitaler Schnupperabend zur Grundausbildung Gewaltfreie Kommunikation

Der digitale Schnupperabend gibt dir einen ersten Einblick in unsere Grundausbildung „Gewaltfreie Kommunikation in Zeiten gesellschaftlichen Wandels“ und in die besondere Lernatmosphäre des Friedensbildungswerks.

Dieser Abend ist für dich, wenn du neugierig auf die Ausbildung bist und erleben möchtest, wie wir arbeiten, welche Inhalte dich erwarten und wie die Ausbildung aufgebaut ist. Für die Grundausbildung solltest du bereits an einer 2–3-tägigen Einführung in Gewaltfreie Kommunikation teilgenommen haben.

In einem kurzen, interaktiven Online-Format bekommst du einen Überblick, wie die Ausbildung persönliche Entwicklung, empathische Kommunikation und gesellschaftliches Engagement miteinander verbindet.

Du hast außerdem Zeit, die Dozentinnen kennenzulernen und kannst all deine Fragen stellen – zu den Inhalten, den Voraussetzungen oder zu den Möglichkeiten, die GFK im persönlichen, beruflichen oder gesellschaftlichen Kontext einzusetzen.

Die Logindaten werden dir kurz vorher zugeschickt.

Ein weiterer digitaler Schnupperabend findet am 7. Juli 2026 statt.

Mediation in Gruppen und Teams – Methodenseminar

Konflikte in Gruppen oder Teams zu begleiten, stellt Mediator:innen oft vor besondere Herausforderungen. Im Vergleich zur Mediation zwischen zwei Personen kommen mehr Perspektiven zusammen, Interessen sind vielfältiger und gruppendynamische Prozesse beeinflussen den Verlauf der Konfliktklärung.

Das gilt sowohl für Gruppen im privaten oder ehrenamtlichen Kontext als auch für Teams im beruflichen Umfeld. Gleichzeitig steht in der Praxis häufig nur ein begrenztes Zeitfenster für eine Mediation in Gruppen und Teams zur Verfügung – etwa durch Terminabstimmungen mit mehreren Beteiligten oder durch organisatorische Rahmenbedingungen im Arbeitskontext.

Um solche Situationen gut zu moderieren, ist ein erweiterter Methodenkoffer für die Gruppenmediation hilfreich. Während die klassische Mediation mit zwei Personen vor allem dialogisch gestaltet ist, benötigen Mediator:innen im Gruppensetting zusätzlich strukturierende, steuernde und gruppenbezogene Methoden.

Was lernst du?
In dieser Fortbildung lernst du praxisbewährte Methoden für die Mediation in Gruppen und Teams kennen. Die Methoden unterstützen dich dabei, Gespräche zu strukturieren, unterschiedliche Perspektiven sichtbar zu machen und Gruppenprozesse konstruktiv zu begleiten.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der praktischen Anwendung: Du probierst Methoden selbst aus, reflektierst ihre Wirkung und überlegst, wie du sie in deiner eigenen Praxis einsetzen kannst. Ein erweitertes Methodenrepertoire gibt dir mehr Sicherheit im Mediationsprozess und erhöht deine Flexibilität – etwa dann, wenn eine Methode nicht wie erwartet wirkt und du eine Alternative brauchst.

Inhalte der Fortbildung

  • Methoden für die Mediation in Gruppen und Teams
  • Strukturierende und steuernde Tools für Gruppensettings
  • Methoden für die verschiedenen Phasen der Mediation
  • Umgang mit unterschiedlichen Perspektiven
  • Erweiterung deines Methodenrepertoires
  • Praxisübungen und gemeinsames Ausprobieren der Methoden

 Für wen ist die Fortbildung geeignet?

Bist du bereits als Mediator:in tätig und möchtest dich im Bereich Gruppen- und Teammediation spezialisieren? Dann ist diese Fortbildung genau das Richtige für dich. Neben der Kompetenzerweiterung kannst du hier auch wichtige Fortbildungsstunden für deine Zertifizierung nach § 6 Mediationsgesetz sammeln.

Was solltest du mitbringen? Idealerweise hast du deine Mediationsausbildung bereits abgeschlossen.

  • Noch in Ausbildung? Ein Abschluss der Module 1–5 ist Voraussetzung für die Teilnahme.
  • Ausbildung an anderer Stelle? Kein Problem. Wenn du unsicher bist, ob deine bisherigen Inhalte passen, sprich uns einfach an. Wir beraten dich gerne persönlich.

Portugiesisch für Anfänger:innen

Du willst endlich mit Portugiesisch anfangen – ganz ohne Vorkenntnisse? In diesem Kurs machen wir gemeinsam die ersten Schritte. Du lernst wichtige Wörter, einfache Sätze für den Alltag und übst von Beginn an das Sprechen und Verstehen. Mit abwechslungsreichen Übungen, kleinen Dialogen und spielerischen Aktivitäten bekommst du ein gutes Gefühl für die Sprache und kannst schnell erste Gespräche führen. Ideal für alle, die neugierig auf Portugiesisch und die portugiesische Kultur sind.

Der Kurs entspricht dem Niveau A1.1 nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen (GER).

Hand mit Idee

Digitaler Schnupperabend zur Mediationsausbildung

Unsere digitalen Schnupperabende zur Mediationsausbildung bieten einen praxisnahen Einblick in unsere Haltung, Arbeitsweise und in die Gestaltung unserer Mediationsausbildung sowie in die besondere Lernatmosphäre des Friedensbildungswerks. Sie richten sich ausdrücklich auch an Menschen ohne Vorkenntnisse und eröffnen Raum für Fragen zu Inhalten, Aufbau, Organisation und zum persönlichen oder beruflichen Nutzen einer Mediationsausbildung. 

In einem kurzweiligen, interaktiven Online-Format erlebst du beispielhaft, wie wir arbeiten, und erhältst einen ersten Eindruck davon, was Mediation als Haltung und Methode ausmacht. 

Die Schnupperabende finden dreimal jährlich statt und dauern ca. 75 Minuten, inklusive Zeit für Austausch und individuelle Fragen. Ziel ist es, Mediation erlebbar zu machen und Interessierten eine fundierte Entscheidungsgrundlage für eine Ausbildung mit Haltung und gesellschaftlicher Relevanz zu bieten. 

Unsere Ausbildung zur Mediator:in erfüllt die Anforderungen für die Zertifizierung nach § 6 Mediationsgesetz sowie für die Lizenzierung durch den Bundesverband Mediation (BM®). 

 

Die Logindaten werden dir kurz vorher zugeschickt.

Alles recherchiert? Zugänge zur digitalen NS-Forschung in der eigenen Familie

Opa war ein Nazi – oder eben keiner. Oma stand am Herd – wie hätte sie da Täterin sein
können?! Solche Erzählungen prägen viele Familiengeschichten. Doch was passiert,
wenn wir beginnen, genauer hinzuschauen?
In diesem Workshop widmen wir uns der Erforschung der eigenen Familiengeschichte im
Zeitraum des Nationalsozialismus. Dabei stehen digitale Recherchewege, Archive und
Datenbanken im Mittelpunkt, aber auch die Frage, wie wir mit gefundenem – oder nicht
gefundenem – Material umgehen können.
Da echte Archivrecherchen oft mehrere Wochen dauern, werden wir mit Workshop-
Simulationen, vorbereiteten Materialien und Online-Quellen arbeiten. So können alle
Teilnehmenden direkt praktisch üben, ohne auf individuelle Archivantworten warten zu
müssen.
Der Workshop findet in einem moderierten, respektvollen Rahmen statt. Niemand muss
persönliche Ergebnisse teilen. Ziel ist es, Werkzeuge und Strategien zu vermitteln, um
eigenständig weiterzuforschen, Ergebnisse zu reflektieren und emotional gut einordnen zu
können.

Aufbau der Abende (jeweils 19:00 – 21:15 Uhr):

Dienstag, 02.06.2026, Modul 1: Einführung & Orientierung
• Überblick zur Familiengeschichtsforschung im NS-Kontext
• Täter/Opfer/Mitläufer, Graubereiche, Handlungsspielräume
• Vorstellung der Workshop-Simulation mit vorbereiteten Materialien und
Fallbeispielen
• Erste Übung: Analyse fiktiver Familienfälle
• Reflexion: Erwartungen, Fragen, mögliche emotionale Reaktionen

Dienstag, 16.06.2026, Modul 2: Recherchepraxis
• Praktische Recherche an vorbereiteten Materialien und Online-Datenbanken
• Fallbeispiele aus Archiven (Arolsen Archives, Bundesarchiv, Archiv Zwangsarbeit)
• Quellenkritik und Umgang mit unklaren Informationen
• Strategien für echte Archivrecherche: Registrierung, Anträge, Wartezeiten
• Eigenständige Übungen in Kleingruppen
• Reflexion: Erfahrungen, Herausforderungen, Überraschungen

Dienstag, 30.06.2026, Modul 3: Auswertung & Reflexion
• Vorstellung freiwilliger Ergebnisse (Simulation + ggf. Hausaufgaben)
• Emotionale Reflexion: Umgang mit unerwarteten oder fehlenden Erkenntnissen
• Transfer: Wie weiterforschen, wie langfristig mit Ergebnissen umgehen
• Abschlussdiskussion, Feedback, Ausblick auf weiterführende Quellen und
Netzwerke

Interessierte aller Altersgruppen, keine Vorkenntnisse erforderlich. Erwartet wird die
Bereitschaft, sich mit möglicherweise unerwünschten Erkenntnissen und den damit
verbundenen Emotionen auseinanderzusetzen.

Kostenfrei, Anmeldung für alle 3 Termine erforderlich.

Hand mit Idee

Supervision für erfahrene Mediator:innen

Wenn du als Mediator:in erfolgreich arbeiten willst, gehört es dazu, deine eigene Arbeit regelmäßig zu reflektieren und supervidieren zu lassen. Das Format der Supervision bietet den passenden Rahmen, um genau das gemeinsam mit anderen zu tun.
Supervision ist außerdem Voraussetzung für die Lizenzierung durch Berufsverbände wie den Bundesverband Mediation e.V. oder für die Zertifizierung nach dem Mediationsgesetz.

Grundlagen der Friedenspädagogik für die politische Bildung

Wie können wir Frieden lehren und lernen in Zeiten globaler Krisen? Dieses Seminar vermittelt Konzepte, Haltungen und Methoden für schulische und außerschulische Bildungsarbeit.

Das Seminar richtet sich an Multiplikator*innen in der haupt- und ehrenamtlichen Bildungsarbeit. Es vermittelt grundlegende Konzepte der Friedenspädagogik und reflektiert deren Bedeutung für die politische Bildung. Im Fokus stehen professionelle Haltungen, der konstruktive Umgang mit Konflikten auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene sowie ausgewählte Methoden zur Gestaltung dialogischer und friedensorientierter Bildungsprozesse.

Eine Kooperation mit der Heinrich Böll Stiftung NRW.

Das Seminar ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist erforderlich: Heinrich Böll Stiftung NRW – Veranstaltungen