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Alles recherchiert? Zugänge zur digitalen NS-Forschung in der eigenen Familie

Foto von fauxels by pexels

Opa war ein Nazi – oder eben keiner. Oma stand am Herd – wie hätte sie da Täterin sein
können?! Solche Erzählungen prägen viele Familiengeschichten. Doch was passiert,
wenn wir beginnen, genauer hinzuschauen?
In diesem Workshop widmen wir uns der Erforschung der eigenen Familiengeschichte im
Zeitraum des Nationalsozialismus. Dabei stehen digitale Recherchewege, Archive und
Datenbanken im Mittelpunkt, aber auch die Frage, wie wir mit gefundenem – oder nicht
gefundenem – Material umgehen können.
Da echte Archivrecherchen oft mehrere Wochen dauern, werden wir mit Workshop-
Simulationen, vorbereiteten Materialien und Online-Quellen arbeiten. So können alle
Teilnehmenden direkt praktisch üben, ohne auf individuelle Archivantworten warten zu
müssen.
Der Workshop findet in einem moderierten, respektvollen Rahmen statt. Niemand muss
persönliche Ergebnisse teilen. Ziel ist es, Werkzeuge und Strategien zu vermitteln, um
eigenständig weiterzuforschen, Ergebnisse zu reflektieren und emotional gut einordnen zu
können.

Aufbau der Abende:
Modul 1: Einführung & Orientierung
• Überblick zur Familiengeschichtsforschung im NS-Kontext
• Täter/Opfer/Mitläufer, Graubereiche, Handlungsspielräume
• Vorstellung der Workshop-Simulation mit vorbereiteten Materialien und
Fallbeispielen
• Erste Übung: Analyse fiktiver Familienfälle
• Reflexion: Erwartungen, Fragen, mögliche emotionale Reaktionen

Modul 2: Recherchepraxis
• Praktische Recherche an vorbereiteten Materialien und Online-Datenbanken
• Fallbeispiele aus Archiven (Arolsen Archives, Bundesarchiv, Archiv Zwangsarbeit)
• Quellenkritik und Umgang mit unklaren Informationen
• Strategien für echte Archivrecherche: Registrierung, Anträge, Wartezeiten
• Eigenständige Übungen in Kleingruppen
• Reflexion: Erfahrungen, Herausforderungen, Überraschungen

Modul 3: Auswertung & Reflexion
• Vorstellung freiwilliger Ergebnisse (Simulation + ggf. Hausaufgaben)
• Emotionale Reflexion: Umgang mit unerwarteten oder fehlenden Erkenntnissen
• Transfer: Wie weiterforschen, wie langfristig mit Ergebnissen umgehen
• Abschlussdiskussion, Feedback, Ausblick auf weiterführende Quellen und
Netzwerke

Interessierte aller Altersgruppen, keine Vorkenntnisse erforderlich. Erwartet wird die
Bereitschaft, sich mit möglicherweise unerwünschten Erkenntnissen und den damit
verbundenen Emotionen auseinanderzusetzen.

Kostenfrei, Anmeldung für alle 3 Termine erforderlich.

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    Abendveranstaltung
    Kurs-Nr.: 26-3-14
    • Di. 02.06.2026
    • 16. Juni 2026
    • 30. Juni 2026
    • 19:00-21:15
    • Friedensbildungswerk,
      Obenmarspforten 7-11, 50667 Köln
    • Victoria Witt
    • Dauer: 8 Ustd
    • kostenfrei